In den Berliner Randbezirken gibt es immer wieder Probleme mit Wildschweinen, die in den städtischen Raum eindringen. Seit einiger Zeit haben sich wenig scheue Wildschweine in Heiligensee in dem sehr schmalen Waldstück hinter den Grundstücken zwischen dem Regenwalder Weg und der Autobahn A111 ihr Revier ausgesucht, sehr zum Leidwesen der Anwohner, deren Gärten von den Tieren auf der Suche nach Nahrung aufgesucht und umgewühlt werden. Erhebliche Verwüstungen sind die Folge und viele haben auch Angst, insbesondere wegen ihrer Kinder.

„Anwohner haben mir eindrucksvolle Aufnahmen einer Wildtierkamera zur Verfügung gestellt und mich um Hilfe gebeten. Vor Kurzem hatte ich einen Vororttermin mit dem Revierförster Johannes Müller und konnte mich umfassend über die Begebenheiten informieren lassen“, berichtet Stephan Schmidt (CDU), Wahlkreisabgeordneter für Heiligensee.

Wildschweine in Heiligensee: Bejagung und Vertreibung sind noch ausgeschlossen

„Derzeit endet der Wildschutzzaun auf dem Lärmschutzwall der Autobahn A111 im Bereich des kleinen Waldstücks direkt hinter der Landesgrenze. Schon aus diesem Grund ist eine Bejagung oder Vertreibung der Wildschweine an Ort und Stelle ausgeschlossen. Die Tiere könnten direkt auf die Autobahn flüchten, die Folgen wären unvorstellbar!“, so Schmidt. Für den Schutzzaun zuständig ist die Autobahn GmbH, Niederlassung Nordost. Nach einem Schreiben des Abgeordneten hat das bundeseigene Unternehmen versprochen, in Absprache mit dem Förster den Wildschutzzaun kurzfristig zu erweitern bis zu dem Bereich, an dem die Spundwände entlang der Autobahntrasse beginnen. „Dieser Lückenschluss ist die Voraussetzung für alle etwaigen weiteren Maßnahmen.“ Schmidt hat zudem eine Prüfung veranlasst, ob nach Errichtung des Wildschutzzauns die Stadtjäger zum Einsatz kommen können. Auch der Einsatz eines sogenannten Saufangs soll geprüft werden. Eine Parlamentarische Anfrage ist gestellt.

Übrigens kann der alte löchrige Maschendrahtzaun entlang des Weges hin zur Autobahnbrücke Landesgrenze nicht erneuert werden. Er ist mit dem Waldgesetz Berlin nicht vereinbar und rührt noch aus Zeiten, als sich das ganze Flurstück im Fachvermögen der Autobahnverwaltung befand. Er wird mittelfristig abgebaut werden.

Allerdings können und müssen auch die Anwohner ihren Beitrag zur Problemlösung leisten bei den Wildschweinen. Laut Revierförster Johannes Müller hätten es sich die Schweine „wohl erst durch verbotene Wildtierfütterung dort so heimisch gemacht“. Es sei die Verantwortung der Grundstückseigentümer, die Wildtiere vom eigenen Grundstück fernzuhalten und Schäden zu vehindern. Möglich sei das durch stabile Zäune, unter denen sich die Schweine nicht durchwühlen können.

Mehr Nachrichten aus Reinickendorf lesen Sie hier.