Es ist ein ungewöhnlicher Schritt, den Reinickendorfs Sozialstadtrat Uwe Brockhausen (SPD) geht. Mit dem Beginn der Kältehilfesaison richtet er eine Bitte an die Öffentlichkeit: „Es wird zunehmend schwieriger, passende Immobilien für die Kältehilfe zu finden. Daher appelliere ich an alle Immobilienbesitzerinnen und Immobilienbesitzer in unserem Bezirk, uns bei dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen.“ Jeder Beitrag helfe, Menschen in Not ein sicheres Dach über dem Kopf zu bieten. „Bitte wenden Sie sich an mich, wenn Sie geeignete Immobilien zur Verfügung stellen können“, so Brockhausen.
Gegenüber der Morgenpost gibt Brockhausen zu: „Es ist ein Hilferuf, weil es sich berlinweit immer schwieriger gestaltet, geeignete Immobilien für die Kältehilfe zu akquirieren. Erschwerend kommt hinzu, dass der Bedarf steigt. Darum dieser Aufruf, ich möchte nichts unversucht lassen.“
Die Kältehilfe ist nicht interessiert an einzelnen Zimmern
Glücklicherweise seien die Temperaturen derzeit noch vergleichsweise mild für die Jahreszeit. Die Kältehilfesaison dauert von Oktober bis April.
Allerdings sind ein freies Zimmer oder eine kleine Wohnung nicht unbedingt das, was die Kältehilfe sucht. Es sollten schon größere Immobilien sein. „Die Räumlichkeiten müssen auch wirtschaftlich betrieben werden können. Es sollten 10 Menschen oder mehr dort unterkommen können.“
Bei der Ausstattung reiche „einfachster Standard“. Die Schlafgäste kommen auf Feldbetten oder Matratzen unter. Beheizbar muss die Immobilie sein, außerdem muss sie nutzbare sanitäre Anlagen aufweisen. Ideal hätten sich in der Vergangenheit zum Beispiel leerstehende Geschäfte oder Lagerräume erwiesen. In den vergangenen Jahren hatte der Bezirk zum Beispiel einen Pavillon am Wilhelmsruher Damm im Märkischen Viertel (15 Plätze) oder die Sternhäuser (100 Plätze) auf dem Geländer der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik für die Kältehilfe genutzt. Beide Orte stehen jedoch in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung.
Uwe Brockhausen: „Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Menschen in unserer Stadt nicht widrigen Witterungsbedingungen im Winter ausgesetzt sind. Lassen Sie uns zusammenstehen und denjenigen helfen, die unsere Unterstützung am meisten brauchen.“
Interessierte Immobilienbesitzerinnen und Immobilienbesitzer können Sich gerne an Uwe Brockhausen per E-Mail uwe.brockhausen@reinickendorf.berlin.de oder telefonisch unter 030 90294 2260, oder an die zuständigen Stellen der Koordinierungsstelle der Berliner Kältehilfe Rodelbergweg 12 in 12437 Berlin Tel.: (030) 34397139 (Mo-Fr 10-16 Uhr) Fax: (030) 21756228 E-Mail: kaeltehilfe-koordination@gebewo.de www.kaeltehilfe-berlin.de sowie GEBEWO pro gGmbH wenden.
Weiterführende Informationen erhalten Interessierte auf der Website der Senatsverwaltung für Soziales: www.berlin.de/kaeltehilfe und bei der Koordinierungsstelle der Berliner Kältehilfe: www.kaeltehilfe-berlin.de diese werden laufend aktualisiert.



