Reinickendorf hat wieder eine Bezirksbürgermeisterin: Emine Demirbüken-Wegner (CDU) ist nach Marlies Wanjura (CDU), die von 1995 bis 2009 den Bezirk lenkte, die zweite Frau, die dem Bezirk vorsteht und die erste mit türkischer Migrationsgeschichte. Als „Gastarbeiterkind“ sei sie „stolz und demütig“, dass sie den 270.000 Einwohnern dienen dürfe. „Vater Staat wird ihnen in den nächsten Jahren durch Mutter Bezirk dienen“, sagte sie kurz nach ihrer Wahl.

Emine Demirbüken-Wegner (CDU) ist die erste Reinickendorfer Bürgermeisterin mit Migrationshintergrund.
Emine Demirbüken-Wegner (CDU) ist die erste Reinickendorfer Bürgermeisterin mit Migrationshintergrund.© FUNKE Foto Services | Sergej Glanze

Demirbüken-Wegner studierte von 1981-1986 Germanistik und Kommunikationswissenschaften an der TU Berlin. Sie arbeitete als Journalistin beim Sender Freies Berlin und wechselte anschließend in die Politik, wo sie viele Ämter und Positionen innehatte: 1988 kam sie als Integrationsbeauftragte ins Rathaus Schöneberg. Ab 2006 war sie Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin und wurde 2011 und 2016 jeweils direkt gewählt in ihrem Mandat bestätigt. 2011-2016 war sie Staatssekretärin für Gesundheit.

Die Wiederholungswahl war für die CDU in Reinickendorf ein Erfolg: Satte 11,5 Prozentpunkte hat sie im Vergleich zur ungültig erklärten Wahl 2021 hinzugewonnen und mit 40,5 Prozent klar gewonnen. Die SPD folgt mit 21,5 Prozentpunkten Abstand (-2,3 Prozent) auf Rang zwei. Schon bei der BVV-Wahl 2021 in Reinickendorf war die CDU stärkste Kraft – Allerdings wählte damals die Zählgemeinschaft der Reinickendorfer Ampel den Sozialdemokraten Uwe Brockhausen zum Bürgermeister. Diesmal reichte es allerdings durch die Verluste von SPD, Grünen 12,6 Prozent (-1,7) und FDP 4,3 Prozent (-3 Prozent) nicht mehr für die Ampel.

Den Fuchs im Schilde: das Bezirkswappen von Reinickendorf.
Den Fuchs im Schilde: das Bezirkswappen von Reinickendorf.© Berlin.de

Brockhausen war seit 2021 Bürgermeister, nach 26 Jahren CDU-Führung der erste Sozialdemokrat an der Spitze des Bezirks.

Aufgewachsen am Schäfersee hat der Reinickendorfer Brockhausen hat Rechtswissenschaften an der FU studiert, war in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beschäftigt und ist seit 1992 Mitglied der Reinickendorfer BVV.

Jetzt nur noch stellvertretender Bezirksbürgermeister: Uwe Brockhausen (SPD).
Jetzt nur noch stellvertretender Bezirksbürgermeister: Uwe Brockhausen (SPD).© JONAS HOLTHAUS

Nun ist Uwe Brockhausen nur noch stellvertretender Bezirksbürgermeister und als Bezirksstadtrat verantwortlich für Jugend und Gesundheit.

Die Besetzung des Bezirksamts Reinickendorf hat sich personell überhaupt nicht verändert. Aber die Zuständigkeiten hat die CDU als stärkste Partei im Bezirk etwas verschoben.

Bezirksstadträtin Korinna Stephan (Grüne) leitet nun nur noch die Abteilung Stadtentwicklung.
Bezirksstadträtin Korinna Stephan (Grüne) leitet nun nur noch die Abteilung Stadtentwicklung.© BA Reinickendorf

Am deutlichsten hat es die Grüne Stadträtin Korinna Stephan getroffen. Die Mobilitätsexpertin, die zuvor u.a. bei der Deutschen Bahn im Carsharing gearbeitet hat und zuletzt Mobilitätsmanagerin im Stadtentwicklungsamt Pankow war, hatte bisher Umwelt und Verkehr in ihrer Zuständigkeit genau wie die Stadtplanung. Geblieben ist ihr nur die Letztere.

Bezirksstadträtin Julia Schrod-Thiel (CDU) ist seit der Wahlwiederholung auch noch für Umwelt und Verkehr verantwortlich.
Bezirksstadträtin Julia Schrod-Thiel (CDU) ist seit der Wahlwiederholung auch noch für Umwelt und Verkehr verantwortlich.© BVV

Verkehr und Umwelt verantwortet nun die Ordnungsstadträtin Julia Schrod-Thiel (CDU) zusätzlich. Sie kam zur Wahl 2021 ins Bezirksamt. Nach einer Bank-Ausbildung wollte sie Journalistin werden und studierte Kommunikations- und Politikwissenschaft sowie BWL. Nach Jobs und Praktika blieb sie bei einem IT-Unternehmen und war dort für die Schulungen zuständig, bis sie nach der Wahl 2021 ins Reinickendorfer Bezirksamt eingezogen ist.

Bezirksstadtrat Harald Muschner (CDU) verantwortet nun zusätzlich auch noch die Kultur.
Bezirksstadtrat Harald Muschner (CDU) verantwortet nun zusätzlich auch noch die Kultur.© FUNKE Foto Services | Sergej Glanze

Harald Muschner (CDU) ist als Bezirksstadtrat seit Januar 2022 zuständig für Bildung, Sport, und Facility Management. Nach der Wiederholungswahl kam noch die Kultur dazu. Vor seiner Polit-Karriere studierte er Elektronik und Informatik in Berlin und übte beruflich diverse Leitungsfunktionen aus. Ehrenamtlich war er jahrelang Vorsitzender des Bezirkselternausschusses der Schulen.

 Bezirksstadtrat Alexander Ewers (SPD) bleibt zuständig für Jugend und Familie.
Bezirksstadtrat Alexander Ewers (SPD) bleibt zuständig für Jugend und Familie.© BVV Reinickendorf

Alexander Ewers ist 2005 in die SPD eingetreten. Der Bezirksstadtrat für Jugend und Familie machte nach seiner Ausbildung zum Erzieher berufliche und ehrenamtliche Erfahrungen u.a. bei der Arbeit mit Jugendlichen und Obdachlosen, die ihm nun in seinen Fachbereichen zugutekommen.

Mehr Nachrichten aus Reinickendorf lesen Sie hier.