Reinickendorf
Katastrophenschutz

So plant Reinickendorf für den Blackout – Wärmestuben fehlen

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Dirk Krampitz
Im Moment wird im Bürgeramt in der Teichstraße die Wiederholung der Berlin-Wahl im Bezirk vorbereitet. Im Katastrophen-Fall wird es zu einem sogenannten Kat-Leuchtturm.

Im Moment wird im Bürgeramt in der Teichstraße die Wiederholung der Berlin-Wahl im Bezirk vorbereitet. Im Katastrophen-Fall wird es zu einem sogenannten Kat-Leuchtturm.

Foto: Dirk KrampitZ

An fünf Stellen im Bezirk können sich die Einwohner von Reinickendorf wenden, die Öffnung von Wärmestuben stockt allerdings noch.

Berlin.  Dieser Winter ist für Deutschland der wohl risikoreichste seit der Ölkrise: Durch die Gas- und Energiekrise in Folge des Ukraine-Kriegs sind die Überlastung des Stromnetzes sowie Cyberangriffe auf die Energiearchitektur zwar momentan keine akute Bedrohung. Auch wenn ein langer und weitflächiger Stromausfall nicht erwartet wird, ist ein Ausfall jedoch wahrscheinlicher als in den Jahren zuvor und und zumindest nicht komplett auszuschließen. Darum haben Berlin und die Bezirke jetzt eine Notfall-Planung erarbeitet.

In Reinickendorf sind für den Ernstfall fünf sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme geplant. Das sind Anlaufstellen, die den Bürgerinnen und Bürgern in Krisensituationen und insbesondere bei Stromausfällen zur Aufnahme und Weitergabe von Informationen dienen, auch ihr Handy werden sie dort laden können. Im Bedarfsfall werden folgende Standorte zu „Kat-Leuchttürmen“, wie die Treff- und Sammelpunkte abgekürzt genannt werden.

• Rathaus Reinickendorf, Eichborndamm 215

• Bürgeramt Teichstraße, Teichstr. 65

• Humboldt-Bibliothek, Karolinenstr. 19

• Fontane-Haus, Königshorster Str. 6

• Carl-Bosch-Schule, Frohnauer Str. 74-80

Weniger konkret ist bisher die Planung für Menschen, die sich das Heizen zu Hause aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise nicht mehr leisten können. Dafür sollten sogenannte Wärmestuben eingerichtet werden. „Zum Thema Wärmestuben oder Aufwärmgelegenheiten finden aktuell noch Abstimmungen zwischen Senat und Bezirken statt, wie im Bedarfsfall Angebote für die Berlinerinnen und Berliner sichergestellt werden können“, so ein Sprecher des Bezirksamts.

Reinickendorf: Im November noch keine Wärmestuben

Der Abteilung für Soziales und Bürgerdienste des Bezirksamtes Reinickendorf lägen aber bereits mehrere Bereitschaftserklärungen von Trägern vor, weitere niederschwelligere Angebote zur Kältehilfe, im Rahmen des Netzwerkes der Wärme, anzubieten. Aber warum ist Ende November die Planung noch immer nicht beendet?

Die Verantwortung liegt allerdings nicht bei Bezirk, sondern bei der Senatsverwaltung für Soziales. Grund ist offenbar vor allem ein organisatorischer: Auf Nachfrage erklärt die Sozialverwaltung, „…dass auf Landesebene zurzeit geplant wird, auf welchem Wege die Haushaltsmittel, die im Nachtragshaushalt angemeldet worden sind, am schnellsten zu den Trägern gelangen“.

Aktuell werde zusätzlich geplant, so schnell wie möglich eine Runde mit allen Bezirken zu organisieren, um über die Organisationsstrukturen, die Verteilung der Mittel und die Finanzierung insgesamt zu informieren.

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