Reinickendorf
Paracelsusbad

Pläne für Modulare Unterkunft für Flüchtlinge werden konkret

Die Modulare Flüchtlingsunterkunft auf dem Parkplatz des Paracelsus-Bades wird konkreter. In einem Jahr könnte gebaut werden.

Auf dem Parkplatz des Paracelsus-Bades an der Roedernallee könnte die Modulare Flüchtlingsunterkunft entstehen

Auf dem Parkplatz des Paracelsus-Bades an der Roedernallee könnte die Modulare Flüchtlingsunterkunft entstehen

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Dass eine Modulare Unterkunft für Geflüchtete (MUF) auf dem Parkplatz des Paracelsus-Bades in Reinickendorf-Ost an der Roedernallee entsteht, wird immer konkreter. Das zeigt eine aktuelle Anfrage der Abgeordneten Emine Demirbüken-Wegner (CDU) an die Senatsverwaltung für Inneres und Sport.

Nach Angaben einer Senatssprecherin sei zwar nach derzeitigem Sach- und Kenntnisstand alles noch abhängig von der Planung der Kaufinteressentin - Bauherrin der MUF ist die Berlinovo Grundstückentwicklungs GmbH (BGG). Die Berliner Bäderbetriebe prüfe die Anforderungen als Landesunternehmen und Eigentümerin konstruktiv. Aber: Derzeit führe die Kaufinteressentin im Rahmen der Prüfungen zur möglichen Errichtung einer
MUF aktuell Vermessungen durch. Diese dienen auch als Grundlage für die Erstellung
eines Baum- und Artenschutzgutachtens.

Vier Alternativstandorte sind für die MUF nicht geeignet

Noch deutlicher wird es in einer Anfrage des Abgeordneten Dr. Turgut Altug (Grüne) an die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales. In dieser wollte Altug wissen, ob es Alternativstandorte gibt. In der Antwort des Senats heißt es, dass zwar Alternativstandorte geprüft wurden, aber keiner für das Bauvorhaben geeignet sei. In der engeren Auswahl waren: Waidmannsluster Damm 12, 14; Rue Montesquieu; Rue du Docteur Roux 2 - Cité Pasteur (nördlich Flughafen Tegel); Senftenberger Ring 98. Kurzum: Eine Alternative zum Parkplatz des Paracelsus-Bades gibt es nicht.

Bislang gibt es nach Angaben der Senatsinnenverwaltung keine entsprechende Beschlussvorlage. "Die BBB begleiten die Überlegungen der verantwortlichen Senatsverwaltungen und würden eine Beschlussvorlage vorbereiten, sobald die beteiligten Verwaltungen darum bitten und ein Gutachten zum Verkehrswert seitens des Kaufinteressenten vorliegt", sagt die Senatssprecherin.

Bauantrag für die MUF könnte noch in diesem Jahr eingereicht werden

Aus einer weiteren Anfrage der Abgeordneten Bettina König und Nicola Böcker-Giannini (beide SPD) an die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales geht hervor, dass, wenn es zum Bauvorhaben kommen wird, der Zeitplan so aussieht, dass weitere Planungsabstimmungen zwischen dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), dem Bezirk, der BGG und dem beauftragten Architekturbüro erfolgen. Nach einer ersten Einschätzung der BGG könne der Bauantrag frühestens im 2. bis 3. Quartal 2021 eingereicht werden, mit einem möglichen Baubeginn des derzeit geplanten viergeschossigen Gebäudes sei im nächsten Jahr zu rechnen.

Die Nutzung der Unterkunft für Geflüchtete sei für fünf Jahre mit zweimaliger Verlängerungsoption um jeweils drei Jahre angedacht. Somit ergebe sich eine maximale Nutzung durch das LAF von elf Jahren. Die geplante MUF verfüge über Wohnungsgrundrisse verschiedener Größen. Somit soll das Gebäude im Anschluss als MUF dem Wohnungsmarkt zur Verfügung gestellt werden.

In Reinickendorf befinden sich derzeit vier Gemeinschaftsunterkünfte (GU), davon zwei in
Wittenau (435 Plätze Kapazität, davon 381 belegt), eine im Ortsteil Tegel (222 Plätze
Kapazität, davon 195 belegt) und eine im Märkischen Viertel (400 Plätze Kapazität, davon
372 belegt). In Wittenau befindet sich außerdem das Ankunftszentrum für
Asylbegehrende mit einer Kapazität von 450 Plätzen, die jedoch lediglich für eine
kurzfristige Unterbringung während des Registrierungsprozesses genutzt werden.