Reinickendorf
Wettbewerb

Schüler mit Startup bei bundesweitem Wettbewerb im Finale

Nicola Maisto aus Reinickendorf steht mit seiner Idee im Finale des „Businessplan Wettbewerbs für Schüler Deutschland“.

Im Labor seiner Eltern arbeitet Nicola Maisto permanent an seiner Software, die Arbeitsabläufe in der Dentalbrache verbessern soll.

Im Labor seiner Eltern arbeitet Nicola Maisto permanent an seiner Software, die Arbeitsabläufe in der Dentalbrache verbessern soll.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Reinickendorf. Dass seine Idee einmal so große Züge annehmen würde, hätte Nicola Maisto wohl nicht gedacht. Was zunächst als kleines Projekt in der Schule begonnen hat, ist nun auf bundesweiter Ebene angekommen. Nicola Maisto ist beim Wettbewerb „Businessplan Wettbewerb für Schüler/innen in Deutschland“ im Finale.

Angefangen hat alles in der Katholischen Schule Salvator in Waidmannslust, das war vor drei Jahren. „Es gab ein Fach, in dem wir vieles rundum Steuern gelernt haben, aber auch auch, wie man einen Businessplan schreibt“, erinnert sich der 18-jährige Schüler. Lange nach einem Projekt suchen musste Maisto nicht: Seine Eltern haben ein Dentallabor in Waidmannslust, somit ist er seit seiner Kindheit mit den Abläufen vertraut. Und hat dadurch gemerkt, dass genau diese bestehenden Abläufe verbessert werden können. Und das geht am besten mit einer Software, findet Nicola Maisto. Und zwar mit einer, die die Zeiterfassung der Mitarbeiter deutlich vereinfacht.

Eine Jury an der Schule fand die Idee so gut, dass die Lehrer den Schüler ermutigt haben, an einem Wettbewerb teilzunehmen und seine Idee vorzustellen. Aus einem Wettbewerb sind mittlerweile einige geworden, jetzt hofft der Schüler sich beim „Businessplan Wettbewerb“ durchzusetzen, der von der digitalen Bildungsplattform Startup Teens initiiert wird. Die Siegprämie kann sich nämlich sehen lassen: 10.000 Euro gibt es als Startkapital.

Mit Software wird kompletter Ablauf im Dentallabor digitalisiert

Ganz nach dem Motto „Wer rastet, der rostet“ tüftelt Nicola Maisto jeden Tag an der Software. Um die Theorie auch in der Praxis zu testen, arbeiten seine Eltern bereits mit dem neuen System – sie sind es auch, die ihren Sohn finanziell unterstützen; viel verdiene er aber auch selbst, wie er beteuert, und zwar mit seinem zweiten Standbein: Er berät Firmen in Sachen Marketing und Suchmaschinenoptimierung. „Das läuft mittlerweile sehr gut“, sagt Maisto.

Aber zurück zu seinem Startup und der Arbeitszeiterfassung. „Jeder Mitarbeiter hat einen digitalen Transponder, den er an ein Gerät hält“, erklärt der 18 Jährige. Aber gibt es derartige Zeiterfassungssysteme nicht schon? „Ja“, antwortet Maisto kurz, dicht gefolgt von einem aber. „Die Dentalbrache ist komplexer.“ Daher steht seine Software auf den drei Säulen Zeiterfassung, Digitalisierung und Abrechnung.

„Die Auftragszettel, die von den Zahnärzten ausgestellt werden, enthalten alle relevanten Patienten- und Projektinformationen. Aber: Je mehr Arbeitsschritte kommen, desto mehr Informationen kommen auch“, weiß er, „jeder neue Schritt bedeutet ein neuer Zettel“. Seine Software digitalisiert diese Auftragszettel und erstellt einen übersichtlichen Plan, versehen mit einem Barcode. Dieser muss nur gescannt werden und schon sind alle relevanten Daten auf dem Computer einsehbar, neue Informationen können hinzugefügt werden.

Ein weiterer Vorteil ist der Datenschutz. Denn jeder Mitarbeiter sieht nur noch die Daten, die er für seine Arbeiten benötigt. Aber nicht nur das: Das Programm kann mittlerweile auch die Kosten einer Behandlung ermitteln, „dafür braucht ein Mitarbeiter locker 30 Minuten“, weiß der junge Mann aus Waidmannslust. Dass so auch Mitarbeiter eingespart werden können, hört Maisto nicht gerne. „Vielmehr können sie für wichtigere Dinge eingesetzt werden“, entgegnet er.

Langfristiges Ziel: Marketing und Software miteinander verbinden

Mittlerweile hat sich Nicola Maisto einen Pool aus Programmierern aufgebaut, auf die er immer zurückgreifen kann. „Ich kann zwar ein bisschen programmieren, das hat aber eher für die Anfänge gereicht. Jetzt brauche ich Profis“, gesteht Maisto. Auch, weil es um Datenschutz und Sicherheit geht.

Mit Blick in die Zukunft, weiß Nicola Maisto jetzt schon genau, wo seine Reise hingeht. „Nach dem Abitur möchte ich mich ein Jahr lang meinen beiden Projekten widmen“, sagt er. Im Anschluss könne er sich ein Studium im Bereich Betriebswirtschaftslehre und Marketing vorstellen. Denn sein längerfristiges Ziel ist es, beide Projekte miteinander zu verbinden und beispielsweise Dentallabore und Zahnarztpraxen neben der Installation der Software auch in Sachen Marketing und Suchmaschinenoptimierung zu beraten. Auch einen finalen Namen sucht der 18 Jährige noch für sein Start-up. Derzeit ist er unter „Maisto Design“ zu finden.

Was den Wettbewerb betrifft, muss sich Nicola Maisto noch etwas in Geduld üben. Ob er gewonnen hat, erfährt der 18-Jährige bei der Siegerehrung im Juni 2021. Im Falle eines Sieges werde die Prämie auf jeden Fall reinvestiert.