Reinickendorf
Corona-Krise

Corona-Pandemie: Reinickendorf verstärkt Lagezentrum

Wegen steigender Infektionszahlen werden 25 weitere Mitarbeiter ins Lagezentrum versetzt. Bezirk überprüft Angebot der Sprechstunden.

Ob das Angebot an Sprechstunden im Bezirksamt Reinickendorf aufrecht erhalten werden kann, entscheidet sich wöchentlich.

Ob das Angebot an Sprechstunden im Bezirksamt Reinickendorf aufrecht erhalten werden kann, entscheidet sich wöchentlich.

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Obwohl Reinickendorf nicht wie die vier Bezirke Neukölln, Tempelhof-Schöneberg, Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg als Risikobezirk gilt, wird nun das Lagezentrum verstärkt und überlegt, welche Sprechstunden angeboten werden können.

„Anfang September gingen Fachleute davon aus, dass die Zahl der am Coronavirus infizierten Menschen steigen wird. Das ist auch passiert“, sagte Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) zu Beginn der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). In Reinickendorf seien es zu dem Zeitpunkt zwischen null und fünf Infektionen an einem Tag gewesen, Anfang Oktober seien es pro Tag zwischen neun und 18. Als Grund nennt Balzer die Nichteinhaltung der geforderten Abstandsregeln und große Feiern im privaten Rahmen wie Hochzeiten und Geburtstage.

„Wir erkennen, dass die Neuinfizierten zwischen 20 und 35 Jahre alt sind“, sagte Balzer und untermauert damit die erhöhte Ansteckungsgefahr durch größere Feiern. Hingegen sei die Ansteckung bei Personen im Alter ab 65 Jahren relativ gering. Und auch in Restaurants seien keine bis kaum Ansteckungen feststellbar.

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Lagezentrum Reinickendorf wird mit 25 zusätzlichen Mitarbeitern verstärkt

Die steigenden Zahlen der Corona-Infizierten haben auch eine Auswirkung auf die Verwaltung des Bezirksamtes. So wird das Lagezentrum, in dem derzeit 41 Mitarbeiter arbeiten, um die Nachverfolgung der Ansteckung zu gewährleisten, mit weiteren 25 verstärkt. Zur Spitzenzeit im März waren es 120 Mitarbeiter. Die Bundeswehr unterstützt mit weiteren zehn Soldaten. „Es kann aber jederzeit passieren, dass wir weitere Kollegen ins Lagezentrum versetzen müssen“, sagt Balzer. Das seien in der Regel diejenigen, die bereits dort mitgeholfen haben und die Abläufe kennen.

Die Corona-Pandemie macht sich laut Balzer in allen Ämtern des Bezirksamtes bemerkbar. Jeden Tag würden Bauanträge eingereicht, gleichzeitig habe nur bis zu 50 Prozent des Personals arbeiten können – so kam es zu erheblichen Rückständen in der Bearbeitung.

Derzeit wird überlegt, ob das jetzige Angebot aufrecht erhalten werden kann. „Wir werden wöchentlich entscheiden, welche Sprechstunden noch angeboten werden können“, sagte Balzer. Bisher bleibt es aber beim aktuellen Angebot.