Reinickendorf
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CDU will Alten Bernauer Heerweg in Lübars komplett öffnen

Noch ist der Alte Bernauer Heerweg auf beiden Seiten der Quickborner Straße eine Sackgasse. Die CDU-Fraktion will das ändern.

Am Schild ist Schluss, doch das soll sich bald ändern. Der Alte Bernauer Heerweg in Lübars soll geöffnet werden.

Am Schild ist Schluss, doch das soll sich bald ändern. Der Alte Bernauer Heerweg in Lübars soll geöffnet werden.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Diese Situation haben die Anwohner des Alten Bernauer Heerweges in Lübars gefürchtet, jetzt ist sie bald Realität: Der Weg, der jetzt noch in einer Sackgasse endet, wird geöffnet und soll mit der Wittenauer Straße verbunden werden. Die ersten Arbeiten haben nun begonnen.

Es ist schon ein idyllisches Fleckchen mit Blick auf Felder und die Hochhäuser im Märkischen Viertel, Straßenlärm ist kaum zu hören, Kinder können ohne Bedenken auf dem Alten Bernauer Heerweg spielen – denn die einzigen, die dort entlangfahren, sind die Anwohner. In einigen Jahren werden es deutlich mehr Fahrzeuge sein, die von der Quickborner Straße in den Alten Bernauer Heerweg und von dort auf die Wittenauer Straße Richtung Finsterwalder Straße fahren. Denn in der der bezirklichen Investitionsplanung 2019 – 2023 gibt es die neu angemeldete Maßnahme „Neubau der Wittenauer Straße – Alter Bernauer Heerweg“ von Finsterwalder Straße bis Quickborner Straße, heißt es aus dem Bezirksamt. Kosten: 2,3 Millionen Euro.

Alter Bernauer Heerweg wurde nie offiziell als Straße entwidmet

„Hier laufen derzeit die bauvorbereitenden Maßnahmen, wie Vermessung und Baugrunduntersuchung, um durch ein Ingenieurbüro die Vorplanungsunterlagen erstellen zu lassen“, sagt eine Mitarbeitern aus dem Büro der Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU). Grund für die Hohen Kosten ist die zu verbreiternde Straße, auf der jetzt keine zwei Fahrzeuge ohne Probleme aneinander vorbeifahren können. Zusätzlich müssen Radwege eingeplant werden.

Der größte finanzielle Posten wird aber die Wiederherstellung der Straße sein, die vor einigen Jahren für den Autoverkehr gesperrt wurde. Hinter den Schildern, die belegen, dass es dort einmal eine befahrbare Straßen gegeben hat, ist nichts außer Bäumen und einem kleinen Pfad, der überwiegend von Hundehaltern genutzt wird. Diese Maßnahme ist möglich, da die Strecke nicht offiziell als Straße entwidmet ist.

Der Grund für dieses Bauvorhaben ist die Entlastung des Dorfkerns Lübars, durch den derzeit viele Pendler fahren, um von Pankow Richtung der B96 zu fahren. Für die Anwohner aufgrund der Pflastersteine eine Tortur. Doch eine bauliche Herrichtung der maroden Straße Alt-Lübars wird in absehbarer Zeit nicht stattfinden, da die geplante Baumaßnahme der Erneuerung der Straße aufgrund der Entwässerungsproblematik derzeit stagniert. Aufgrund dessen hat die CDU-Fraktion einen Antrag in die kommende Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingereicht, dass das Bezirksamt prüfen soll, ob eine Umfahrung des Dorfes von der Blankenfelder Chaussee über die bereits existierende Straße westlich der Kolonie Thalheim zum Alten Bernauer Heerweg möglich sei.

SPD: Durch den Ausbau des Alten Bernauer Heerweges wird Idylle zerschnitten

Die SPD-Fraktion sieht diesem Vorschlag kritisch gegenüber: „Auch für den Ausbau dieser Straße gelten die neuen Anforderungen und wieso die eine Straßenplanung schneller gehen solle, als die andere, erschließt sich uns nicht. Hier soll eine Straße ausgebaut werden, ohne neue Wohnquartiere zu erschließen. Der Preis dafür ist, dass ein wichtiges Naherholungsgebiet und eine idyllische Struktur zerschnitten und das Landschaftsschutzgebiet beeinträchtigt wird sowie mehr Wohngebiete entlang der Wittenauer Straße und des Alten Bernauer Heerweges durch Verkehrslärm belastet werden“, sagt Angela Budweg, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Nach wie vor sei die Ertüchtigung des Alten Bernauer Heerweges für die SPD-Fraktion keine Option. „Eine Entlastung des Dorfes Lübars ist grundsätzlich eine nachvollziehbare Forderung, aber nicht durch neue Straßen, die auch im weiteren Umfeld noch zusätzlichen Verkehr anziehen. Die notwendigen Haushaltsmittel in Millionenhöhe für die Instandsetzung sehen wir in neuen Rad- und Fußwegen besser angelegt. Der kluge und richtige Satz des verstorbenen SPD-Politikers Hans-Jochen Vogel ‘Wer Straßen sät, erntet Verkehr’ ist als Erkenntnis leider noch nicht in den Köpfen der CDU-Fraktion angekommen“, bedauert Budweg.