Reinickendorf
Radwege

Grüne fordern Radweg auf Berliner Straße in Tegel

Mit einer Aktion macht die Grünen-Fraktion auf fehlende Radwege in Reinickendorf aufmerksam und sperrt fünf Parkplätze.

Die Grünen-Fraktion fordert eine gerechtere Aufteilung der Berliner Straße. Mit einer Aktion möchten Kreisvorsitzender Mathias Adelhoefer und Sohn Friedrich auf fehlende Fahrradwege in Reinickendorf aufmerksam machen. 

Die Grünen-Fraktion fordert eine gerechtere Aufteilung der Berliner Straße. Mit einer Aktion möchten Kreisvorsitzender Mathias Adelhoefer und Sohn Friedrich auf fehlende Fahrradwege in Reinickendorf aufmerksam machen. 

Foto: Susanne Kollmann

Reinickendorf. Da staunten viele Autofahrer nicht schlecht, als der gewohnte Parkplatz auf der Berliner Straße in Tegel abgesperrt war und statt des Autos Blumen aus Kreide auf dem Asphalt zu sehen waren. Mit der Aktion wollte die Grünen-Fraktion auf ein aus ihrer sicht großes Problem aufmerksam machen: Zu wenige Radwege in Reinickendorf.

Die Berliner Straße besteht aus insgesamt sechs Spuren. Zwei Spuren pro Seite sind für den fließenden Verkehr vorgesehen, jeweils eine für den ruhenden. Aber genau die parkenden Autos sind den Grünen ein Dorn im Auge. „Wir setzen uns dafür ein, dass dieser Streifen ein Fahrradweg wird“, sagt Mathias Adelhoefer, Kreisvorsitzender der Grünen. „Es ist zwar ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es ist wichtig, dass wir immer wieder auf das Problem aufmerksam machen. Und das geht auch mit so kleinen Aktionen“, ergänzt er.

Grünen-Fraktion will Menschen zum Nachdenken anregen

Nach Angaben Adelhoefers ginge es um die Flächengerechtigkeit, die gerade auf der Berliner Straße überhaupt nicht stimme. Um das den Autofahrern, aber auch Passanten vor Augen zu führen, hat er mit ein paar Mitstreitern fünf Parkplätze für zwei Stunden blockiert. „Wir möchten zeigen, dass es auch anders geht“, sagt der Kreisvorsitzende, der sich auch Alternativen zu den Radwegen vorstellen könnte. „Sitzgelegenheiten sind denkbar, damit die Menschen sich nicht mehr auf den Gehweg quetschen müssen, auf denen auch Fußgänger und teilweise auch Radfahrer unterwegs sind, die sich nicht trauen, auf der vielbefahrenen Straße zu fahren“, sagt Adelhoefer.

Es sei noch ein langer Weg, das wisse der Kreisvorsitzende der Grünen. Was ihn aber optimistisch stimmt, sind die Reaktionen der Passanten. Denn die seien durchweg positiv. „Es hat bereits ein Umdenken stattgefunden. Die Menschen leben bewusster. Mittlerweile lassen viel mehr Menschen das Auto stehen und wählen stattdessen das Fahrrad“, beobachtet Adelhoefer. Das merke er auch an der Mitgliederzahl: Im Gegensatz zu von vor zehn Jahren, zählen die Grünen doppelt so viele Mitglieder, „es sind um die 350“, schätzt Adelhoefer, der bereits weitere Aktionen plant.

Eine findet am kommenden Wochenende (19./20. September) statt. Und zwar eine Fahrraddemonstration für kinderfreundliche und lebenswerte Städte. Das Ziel der Veranstalter ist, dass sich gerade Kinder und Jugendliche sicher und selbstständig mit dem Fahrrad durch die Stadt bewegen können.

In Reinickendorf gibt es am Sonntag zwei Strecken, die polizeilich begleitet werden:

Erste Strecke: Treffen: 14.45 Uhr, Abfahrt: 15 Uhr ab dem S-Bahnhof Schönholz, Ziel: Alt-Tegel (Fußgängerzone vor C&A). Route: Provinzstr. – Winterstr. – Reginhardstr. – Emmentaler Str. – Büchsenweg – Klemkestr. – Kopenhagener Str. – Residenzstr. – Emmentaler Str. – Aroser Allee – Lindauer Allee – Humboldtstr. – Auguste-Viktoria-Allee – Quäkerstr. – Otisstr. – Seidelstr. – Berliner Str. – Alt-Tegel (ca. 9 Kilometer, Einstieg jederzeit möglich, ohne Anmeldung)

Zweite Strecke: Treffpunkt: 15 Uhr Bushaltestelle am Waldsee in Berlin-Hermsdorf, Abfahrt: 15.15 Uhr, Ziel: wie Startpunkt. Route: Rundfahrt entlang der Pendlerstrecken im Kiez (ca. 3 Kilometer).