Reinickendorf
Wohnmobil

Wohnmobilpark am Waidmannsluster Damm in Tegel vor dem Aus

Zwar verhandelt der Bezirk Reinickendorf mit einem Nachmieter für den Wohnmobilpark. Auf lange Sicht muss der Platz aber schließen.

Aufgrund der Corona-Pandemie kommen kaum Gäste zum Wohnmobilpark am Waidmannsluster Damm in Tegel. Für Platzwart Jörn Howanietz (Bild) gibt es derzeit kaum etwas zu tun.

Aufgrund der Corona-Pandemie kommen kaum Gäste zum Wohnmobilpark am Waidmannsluster Damm in Tegel. Für Platzwart Jörn Howanietz (Bild) gibt es derzeit kaum etwas zu tun.

Foto: Helge Duijkers

Reinickendorf. Seit 15 Jahren vermietet Helge Duijkers Stellplätze für Wohnmobile und Caravane am Waidmannsluster Damm in Tegel. Mit dem Idyll für Camper aus ganz Europa könnte es allerdings schon Ende Oktober vorbei sein. Aufgrund der Corona-Pandemie verdient Duijkers mit dem Stellplatz derzeit kaum Geld, die Schulden haben sich mittlerweile auf 30.000 Euro angehäuft. Aber auch die Gesundheit macht dem Mieter Probleme.

Rund 90 Plätze bietet der Wohnmobilpark auf 11.000 Quadratmetern, der nur wenige Gehminuten von der Fußgängerzone Alt-Tegel entfernt ist. Eine gut ausgestattete Sanitäranlage mit Fußbodenheizung, Waschmaschine, Wäschetrockner gibt es für fünf Euro am Tag, ein Stellplatz kostet je nach Größe und Saison zwischen 10 und 25 Euro pro Nacht. Die könnten nahezu alle vermietet werden, da der Abstand bis zum Nachbarn gewahrt werden kann.

Doch derzeit kommen kaum Gäste. „Die, die einen Platz buchen, sind in erster Linie wegen einer der Demonstrationen da. Urlauber aus Italien beispielsweise hatten wir seit März keine“, sagt Duijkers. Und dabei ist genau die Zeit zwischen Ostern und Herbst die, in der der Platz jeden Tag komplett ausgebucht ist.

Bezirksamt hat die Miete für den Wohnmobilpark gestundet

Zu 20 Prozent ist der Platz momentan ausgelastet. Das reiche nicht einmal, um die Miete in Höhe von 4500 Euro pro Monat zu zahlen. An die kommenden Monate will Duijkers gar nicht erst denken. Selbst eine Stundung der Miete seitens des Bezirksamtes Reinickendorf helfe ihm nicht, sagt er. Duijkers hofft auf einen Erlass der Miete für die Monate März und April.

Vom Bezirksamt heißt es dazu: „Bereits seit Beginn der Pandemie wurde Herrn Duijkers, aufgrund seiner Mitteilung, dass er wegen des Erlass der Sars-CoV2-Eindämmungsverordnung keine Gäste und somit keine Einnahmen hatte, die Miete gestundet. Die Zahlungsverpflichtung bleibt davon allerdings unberührt.“ Das liege nicht am Bezirksamt, sondern an der Tatsache, dass das Handeln der Verwaltung auf Gesetzen, Verordnungen und Anweisungen basiere.

Aus gesundheitlichen Gründen kann der 60-jährige Duijkers den Platz nicht weiter betreiben und hat deshalb den Vertrag zu Ende Oktober gekündigt. Trotzdem will er für sein „Baby“ kämpfen, wie er seinen Platz nennt. Platzwart und Geschäftspartner Jörn Howanietz möchte den Wohnmobilpark nämlich weiterführen – Duijkers will ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen, so lange es gesundheitlich geht.

Ob Howanietz aber der Nachmieter wird, steht noch nicht fest. Derzeit befinde man sich in Vertragsverhandlungen, heißt es aus dem Bezirksamt. Kommt es zu keinem Vertrag hat Duijkers ein Problem. Denn dann muss er sämtliche Gebäude sowie Ver- und Entsorgungsleitungen für selbige zurückbauen. Für den 60 Jährigen wäre das der finanzielle Ruin, wie er sagt. Bei einem Vertragsabschluss würde der Nachmieter alles übernehmen.

Platz des Wohnmobilparks am Waidmannsluster Damm wird neuer Schulstandort

Auch wenn die Beteiligten nun an einem Tisch sitzen und über die Weiterführung des Wohnmobilparks am Waidmannsluster Damm sprechen, so sind die Tage mit Blick in die Zukunft gezählt. Wo dieser Tage Wohnmobile stehen, sollen einmal Kinder und Jugendliche lernen – der Standort ist für eine Schule vorgesehen. Deshalb ist eine Vermietung bis vorerst Juli 2021 befristet. „Weil aktuell nicht verlässlich einzuschätzen ist, ab wann die Fläche für eine Bebauung als Schulstandort zur Verfügung stehen muss und diese Entscheidung seitens der zuständigen Senatsverwaltung sehr kurzfristig getroffen werden kann, ist eine Vermietung stets nur für ein Jahr möglich“, so das Bezirksamt.

Nach jetzigem Kenntnisstand befinde sich die Liegenschaft in der Entwicklungsphase. Das wissen Howanietz und Duijkers, sie möchten den Wohnmobilpark aber so lange es geht betreiben. Schließlich haben sie viel Energie, Zeit und Geld investiert. Sie hoffen, dass die Schule erst in einigen Jahren gebaut wird und sie bis dahin am Waidmannsluster Damm die Gäste begrüßen können.