Reinickendorf
Sicherheit

1000 Unterschriften für mehr Sicherheit am Zabel-Krüger-Damm

Bürgerinitiave fordert Pop-up-Radwege und Fußgängerüberwege. Auf dem Zabel-Krüger-Damm sei es zu gefährlich.

Busse, Lkw, Autos – auf dem Zabel-Krüger-Damm ist viel los. Für viele Anwohner ist es so schwierig, die Straße zu überqueren.

Busse, Lkw, Autos – auf dem Zabel-Krüger-Damm ist viel los. Für viele Anwohner ist es so schwierig, die Straße zu überqueren.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Wer in den Hauptverkehrszeiten auf dem Zabel-Krüger-Damm unterwegs ist oder ihn überqueren muss, weiß vermutlich, warum sich Bürger zu einer Initiative für mehr Sicherheit auf dieser Straße einsetzen. Mit Fahrrad-Demos haben sie bereits auf die Gefahren aufmerksam gemacht und bei einer Online-Petition mehr als 1000 Unterschriften für eine Verbesserung gesammelt.

Wie schlimm die Situation wirklich zu sein scheint, zeigen die Kommentare auf der Internetseite der Bürgerinitiative. „Es gibt keine Möglichkeit, den Zabel-Krüger-Damm als Fußgänger ohne Rennen zu überqueren. Ältere Menschen oder Schulkinder haben große Probleme“, schreibt eine Anwohnerin. Eine weitere Unterstützerin der Petition habe als Fahrradfahrerin selbst schon gefährliche Situationen erlebt: „Meiner Meinung nach birgt die gesamte Straße ein hohes Gefahrenpotenzial für Radfahrer. Autofahrer, die aus Seitenstraßen einbiegen wollen und wegen der parkenden Autos oft keinen guten Überblick über den schnell rollenden Verkehr haben, sehen Radfahrer teilweise sehr spät.“ Auch die Lautstärke durch die vielen Lkw sei teilweise unerträglich.

Verkehr auf Zabel-Krüger-Damm hat in vergangenen Jahren deutlich zugenommen

Die derzeitige Situation sei für einen Anwohner kein Wunder. „Der Kfz-Verkehr in dieser Region hat in den

letzten Jahren so stark zugenommen, dass ein ungefährdetes Nebeneinander der unterschiedlichen Nutzer wegen der beengten Fahrbahnen nicht ohne Entschleunigung möglich ist.“ Das belegen die Zahlen der Verkehrslenkung Berlin, die alle fünf Jahre eine Verkehrszählung durchführen – die von 2019 ist noch nicht ausgewertet. So fuhren im Jahr 2009 täglich zwischen 6.800 und 15.100 Pkw und 100 bis 200 Lkw über den Zabel-Krüger-Damm. Im Jahr 2014 waren es zwischen 7.400 und 17.800 Pkw und zwischen 1.000 und 2.300 Lkw täglich. Bei den Lkw ist das ein Anstieg von 120 Prozent. „Und das sind 40 Tonner, die hier durchfahren“, sagt Tobias Büchner, der mit Matthias Eigenbrodt die Initiative vor rund einem Jahr gegründet hat. Er selbst habe auf dem Fahrrad bereits öfter die Situation erlebt, dass er von Lkw überholt worden sei, diese aber kaum einen Sicherheitsabstand einhalten würden. „Das ist echt gefährlich.“

Initiative wird von Anwohnern, Verbänden und Politikern unterstützt

Zeit, etwas zu ändern, dachten sich Eigenbrodt und Büchner. Mit Fahrrad-Demos haben sie lautstark auf die Gefahren hingewiesen, fordern eine Tempo-30-Zone, mehr Fußgängerüberwege und Pop-up-Radwege für mehr Sicherheit auf der circa drei Kilometer lange Straße, die durch die Ortsteile Waidmannslust und Lübars führt und als Verbindung zwischen dem Märkischen Viertel und der B96 beziehungsweise der Autobahn 111 genutzt wird. Unterstützt werden sie von Anwohnern, Verbänden wie Changing Cities, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. und vom Verkehrsclub Deutschland sowie anderen Bürgerinitiativen aus Waidmannslust, Alt-Lübars und dem Waldseeviertel und den Fraktionen der Linken und der Grünen.

Die Unterschriften wollen Büchner und Eigenbrodt nach der Sommerpause in der Bezirksverordnetenversammlung übergeben. Zwar ist die Online-Petition bereits abgeschlossen, dennoch ist es möglich die Initiative weiterhin zu unterstützen. Mehr Infos gibt es bei den Initiatoren: initiativeZKD@gmail.com.