Reinickendorf
Verkehr

Kapitulation vorm Verkehrschaos am BSR-Hof Heiligensee

Zwar gibt es eine Verkehrsführung, doch kaum jemand hält sich an die Regeln. Die BSR sieht keine Chance, die Situation zu verbessern.

In der Straße Am Dachsbau am BSR-Hof Heiligensee staut sich regelmäßig der Verkehr.

In der Straße Am Dachsbau am BSR-Hof Heiligensee staut sich regelmäßig der Verkehr.

Foto: Foto: Stephan Schmidt

Wer seine alten Möbel oder Elektrogeräte beim BSR-Hof in Heiligensee loswerden möchte, braucht starke Nerven. Ganz besonders an Sonnabenden. Denn auf dem recht überschaubaren Recyclinghof ist nur Platz für wenige Fahrzeuge. Viele warten daher auf der Straße Am Dachsbau und behindern damit den fließenden Verkehr. Nicht selten kommt es zu Auseinandersetzungen. Politiker suchen nach Lösungen, doch die BSR sieht kaum eine Chance, die Situation zu verbessern.

Die Abgeordneten Stephan Schmidt (CDU) und Jörg Stroedter (SPD) beschäftigen sich seit vielen Monaten mit der Verkehrssituation rund um den BSR-Hof. Sie forderten die Verkehrslenkung Berlin (VLB) auf, die Verkehrsführung zu überarbeiten, was diese auch gemacht hat. So ist es untersagt, von der Ruppiner Chaussee aus kommend auf den BSR-Hof zu fahren.

Viele Autofahrer lassen sich davon aber nicht beirren und machen es trotzdem. Denn: Entweder man fährt an der Einfahrt des Recyclinghofes vorbei und wendet auf den sehr schmalen Straßen im Wohngebiet, oder man wählt den deutlichen Umweg über die Hennigsdorfer Straße, die derzeit umfangreich saniert wird. Gleichgültig, wie man sich entscheidet, es muss viel Zeit eingeplant werden.

Polizei überwachte Verkehr – keine wesentlichen Behinderungen

Sebastian Harnisch, Sprecher der BSR, bedauert die Situation vor dem Recycling-Hof. Die von der zuständigen Behörde angepasste Verkehrsführung habe leider nur zu einer bedingten Entlastung geführt: „Nach Aufstellung der entsprechenden Verkehrsschilder hat die Polizei die Einhaltung der Verkehrslenkungsmaßnahmen überwacht – und in dieser Zeit gab es auch keine wesentlichen Behinderungen“, sagt Harnisch. Allerdings komme es ohne polizeilichen Kontrolldruck immer wieder zu Verkehrsverstößen und den damit verbundenen Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses.

„Da die Polizei verständlicherweise keine permanenten Kontrollen im Bereich des Recyclinghofes durchführen kann, scheinen hier weitere Verkehrslenkungsmaßnahmen der zuständigen Behörde erforderlich zu sein“, sagt der BSR-Sprecher. Er fordert die VLB indirekt auf, die Situation nochmals zu überprüfen.

Mit neuer Verkehrsführung würde Chaos im Wohngebiet entstehen

Die BSR selbst sieht kaum Chancen, ihren Beitrag für eine Verbesserung zu leisten. „Aufgrund des Zuschnitts des Recyclinghofes sehen wir für einen Umbau mit anderer Zufahrtsmöglichkeit kaum Chancen“, sagt der Sprecher. Somit bestehe lediglich die Möglichkeit, die Verkehrsführung erneut zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Die VLB will prüfen, was geschieht, wenn man das Abbiegen aus der Ruppiner Chaussee in die Straße Am Dachsbau gänzlich untersagt. „Das würde den gesamten Verkehr zum BSR-Hof über einen sehr weiten Umweg durch das Wohngebiet lenken. Auch die Anwohner müssten mit dem weiten und umständlichen Weg dann leben. Das Verkehrschaos würde dadurch nur weiter ins Wohngebiet verlagert“, sagt Stephan Schmidt.

Ein Tipp für alle, die die Warteschlangen Am Dachsbau scheuen: Etwas entspannter geht es auf dem BSR-Hof an der Lengender Straße zu. Dort ist der Verkehrsfluss geregelt und auch mehr Platz auf dem Hof, um sich in Ruhe von alten Möbeln zu trennen.

Update: In einer früheren Version des Artikels hatten wir berichtet, die BSR sehe keine Möglichkeit für einen Umbau mit anderer Zufahrtsmöglichkeit, weil der Recyclinghof in einem Wohngebiet liege. Allerdings ist der Grund der Zuschnitt des Recyclinghofs. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.