Reinickendorf
BVG

Termin verschoben: Taktverdichtung der Busse erst ab 2020

Immer wieder fallen die Busse der Linien 124 und 125 aus. Die BVG wollte den Takt verdichten. Doch die Pläne wurden verschoben.

Die Buslinie 125 sollte schon ab April alle 10 statt 20 Minuten fahren. Jetzt soll die Taktverdichtung im Frühjahr 2020 umgesetzt werden.

Die Buslinie 125 sollte schon ab April alle 10 statt 20 Minuten fahren. Jetzt soll die Taktverdichtung im Frühjahr 2020 umgesetzt werden.

Foto: BM

Reinickendorf. Über die Kundgebung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), dass es eine Taktverdichtung bei den Buslinien 124 und 125 geben wird und Ausfälle zukünftig vermieden werden sollen, hatten sich die Reinickendorfer gefreut. Doch die Pläne der BVG müssen erneut verschoben werden.

Zu oft haben viele Menschen vergebens auf eine der beiden Buslinien an der Haltestelle gewartet – einige Busse kamen zu spät oder gar nicht. Ein Ärgernis besonders für diejenigen, die in den Ortsteilen am Rande des Bezirks wie Frohnau oder Heiligensee wohnen, in denen es keine Ausweichmöglichkeit auf andere Busse oder Bahnen gibt.

Der Reinickendorfer Bezirksverordnete Felix Schönebeck (CDU) hatte sich mit einem Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht, in dem er dem Bezirksamt Reinickendorf empfiehlt, sich bei der BVG und dem Senat dafür einzusetzen, dass den regelmäßigen Verspätungen und Ausfällen effektiv begegnet und die planmäßige ÖPNV-Anbindung dieser Ortsteile sichergestellt werde.

Ausfälle sollen gegebenenfalls auch durch den Einsatz von Sammeltaxis kompensiert werden, schreibt Schönebeck in dem Antrag, der einstimmig in der BVV beschlossen wurde.

Senat forderte BVG mehrfach auf, sich an den Vertrag zu halten

In einer Antwort der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz heißt es, dass man die Kritik über die Zunahme an ausgefallenen Fahrten gut nachvollziehen könne. Mehrfach hätte man die BVG zu den erforderlichen Gegenmaßnahmen aufgefordert, damit das mit dem Land Berlin vertraglich vereinbarte Verkehrsangebot erbracht werde.

Die BVG bedauert die Verschiebung der Taktverdichtungen. „Etwaige Ausfälle dieser Linien sind derzeit leider auf die personelle und fahrzeugtechnische Situation der BVG zurückzuführen“, heißt es. Es werde versucht dem kurzfristig durch personelle und fahrzeugtechnische Umorganisationen der Disposition entgegenzuwirken.

„Ziel ist es, bei nicht vermeidbaren Ausfällen diese so zu steuern, dass es nicht zu räumlichen ÖPNV-Versorgungsengpässen kommt und so eine im Rahmen der Möglichkeiten weitgehend tolerierbare Situation gesichert ist. Mittelfristig bemühen wir uns mit verstärkten Einstellungen und bereits bestellten neuen Fahrzeugen etwaigen Ausfällen dauerhaft entgegenzuwirken“, heißt es seitens der BVG. Sammeltaxis oder ähnliche Fahrzeuge hat die BVG nicht in ihrem Fuhrpark.

Busse sollen alle 10 Minuten statt alle 20 Minuten fahren

Nach den ursprünglichen Planungen sollte die Buslinie 124 zwischen S-Bahnhof Heiligensee und dem Wilhelmsruher Damm sonnabends in der Zeit von 10 Uhr bis 18 Uhr im Zehn-Minuten-Takt verkehren. Bisher gab es hier einen 20-Minuten-Takt.

Auf der Linie 125 war geplant, sonnabends den Betriebsbeginn auf der Strecke zwischen U-Bahnhof Osloer Straße und Holzhauser Straße/Schubartstraße von 7 Uhr auf 5.30 Uhr vorzuziehen. Außerdem sollte ebenfalls sonnabends auf dem Streckenabschnitt zwischen S-Bahnhof Frohnau und Kurt-Schumacher-Platz eine Verlängerung des 10-Minuten-Taktes um zwei Stunden bis circa 18 Uhr erfolgen.

„Die geplanten Änderungen hätten für viele Reinickendorfer eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs dargestellt. Nun muss die BVG diese Pläne leider zum zweiten Mal vertagen, da sie noch immer Probleme mit der Stabilisierung der bereits bestehenden Linienleistungen und einem fahrplanmäßigen Betrieb hat. Es gibt noch immer teils massive Verspätungen und Ausfälle. Ich hoffe, dass die BVG diese Probleme endlich in den Griff bekommt und im Frühjahr ihr Versprechen gegenüber den Reinickendorfern einlösen kann“, erklärt Felix Schönebeck.

Bis diese Probleme behoben sind, werden die Reinickendorfer weiter auf die Taktverdichtung auf den Linien 124 und 125 warten müssen. Diese war ursprünglich am 6. April geplant und sollte nach der ersten Verzögerung am 15. Dezember 2019 erfolgen. Jetzt soll es erst im April 2020 soweit sein.