Reinickendorf
Sperrung

Brücke an der Mühle in Tegel bleibt gesperrt

Bei Bauarbeiten wurde die Brücke beschädigt. Die Entwurfsplanung war unzureichend, so dass die Brücke vor 2020 nicht begehbar sein wird

Die Fußgängerbrücke an der Mühle in Tegel wird auch in diesem Jahr nicht begehbar sein.

Die Fußgängerbrücke an der Mühle in Tegel wird auch in diesem Jahr nicht begehbar sein.

Foto: Susanne Kollmann

Berlin. Die Brücke an der Mühle sieht aus, als wäre sie in einem Dornröschen-Schlaf. Der Aufgang auf der Humboldt-Insel ist komplett verwildert, ein rostiges Fass liegt am Rand, und die Holzbretter zerfallen allmählich. Die

Fußgängerbrücke in Tegel, die das Schlossviertel entlang der Gabrielenstraße und den Park hinter der Humboldt-Bibliothek verbindet, hat schon lange niemand mehr betreten – dabei wurde sie damals rege genutzt.

Spundwand der Insel wurde beschädigt

Niemand durfte die Brücke betreten, trifft es eher. Denn der Übergang wurde vor Jahren gesperrt, weil die Spundwand der Insel und das Widerlager der Brücke bei den Bauarbeiten auf der Humboldt-Insel derart beschädigt wurden, dass sie nicht mehr nutzbar ist. Und vorerst auch bleiben wird.

Die zuständige Behörde hatte damals den Investor aufgefordert eine Instandsetzung vorzunehmen und durch ihn eine Sicherheit hinterlegen lassen. Seitdem ist einiges an Zeit vergangen. Als sich im Juni noch immer nichts tat, fragte Felix Schönebeck, Vereinsvorsitzender von I love Tegel e.V, bei der zuständigen Senatsverwaltung nach. Seine Gespräche ergaben, dass es in diesem Jahr wieder nichts wird. Dabei sollte die Brücke diesen Sommer wieder begehbar sein.

Bauphase wird mehrere Monate dauern

Im November 2018 wurde vom Investor eine erste Entwurfsplanung vorgelegt. Diese war jedoch unzureichend. Im April dieses Jahres wurde eine korrigierte Version vorgelegt, die wiederum nicht genehmigt werden konnte. Im Anschluss daran haben sich Senat, Investor, Planer und ausführende Baufirma darauf verständigt, dass bis Ende August eine erweiterte Entwurfsplanung vorlegt werden soll. Diese muss dann erneut geprüft werden. Dafür sind mindestens sechs Wochen

angesetzt. Auf Grundlage der erweiterten Entwurfsplanung wird dann eine Ausführungsplanung vorgenommen. Erst dann kann die mehrere Monate dauernde Bauphase gestartet werden.

Öffnung erst im Frühjahr 2020 möglich

„Seit Jahren ist die Fußgängerbrücke gesperrt und schon wieder gibt es erhebliche Verzögerungen bei der Instandsetzung. Es vergeht keine Woche, in der ich nicht von Anwohnern mit diesem Thema konfrontiert werde. Die Brücke ist nicht nur eine kurze Verbindung zwischen Alt-Tegel, dem Schlossviertel und der Malche, sondern auch ein sicherer Schulweg für Kinder“, sagt Schönebeck. „Ich bin sehr verärgert darüber und fordere alle Akteure auf, jetzt mal etwas Gas in dieser Sache zu geben“, ergänzt er.

Selbst wenn von nun an alles optimal verläuft und die geplante Verfahrensweise eingehalten würde, ist eine Nutzung der Fußgängerbrücke frühestens zu Beginn des neuen Jahres wahrscheinlich. Abhängig von der Witterung im Winter erscheint aber auch eine Öffnung erst im Frühjahr 2020 als möglich.