Herzhafte Fleischspieße, Burger und gutbürgerliche Gerichte im stilvoll-rustikalen Restaurant mit Biergarten. Noch immer ist der Ratskeller Reinickendorf im Internet vertreten – samt Kontaktdaten. Ein kleiner Hinweis deutet jedoch darauf hin, dass dort keine Speisen und Getränke mehr zubereitet werden. Der Ratskeller mit der urig-gemütlichen Atmosphäre in dem Gewölbekeller ist dauerhaft geschlossen, heißt es dort. Und daran wird sich vorerst auch nichts ändern. Das teilte Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) auf Anfrage von Matthias Bath (AfD) in der Bezirksverordnetenversammlung mit.

Schadstoffe im Küchenboden gefunden

Im Sommer dieses Jahres sollte das Restaurant eröffnen, jetzt könnte es Anfang November soweit sein. Wenn alles glatt läuft. Denn zu tun gibt es allerhand. „Es läuft nicht so unkompliziert, wie man es nach den ersten Untersuchungen erwartet hatte“, sagte die Baustadträtin. Mit der Aussage deutet sie auf die gesamte Wasser- und Abwasserinstallation, die erneuert werden muss, genauso wie die gesamte Elektroinstallation.

Während der Planung wurde nach Angaben der Stadträtin deutlich, dass der Küchenboden für die neue Nutzung nicht nur nicht geeignet ist, sondern, dass es keine zum Erdreich abgrenzende Betondecke gibt. Die muss erst eingebracht werden. „Erschwerend kam hinzu, dass der Küchenboden Schadstoffe enthält und ein fachgerechter Ausbau und eine Schadstoffentsorgung notwendig sind“, sagte Schultze-Berndt.

Bezirk will Ratskeller nicht aufgeben

Auch die Rohrleitungsdämmungen der Personal-Toilette und die der Dusche seien schadstoffbelastet. Da wirkt die Spezialanfertigung des Treppenlifts für einen behindertengerechten Zugang des Restaurants nahezu schnell umsetzbar. Aufgeben will der Bezirk den Ratskeller aber nicht. „Wir versuchen immer, es wirtschaftlich zu machen“, sagte Schultze-Berndt, „ich denke aber, wir kommen nicht drum herum, es einmal richtig zu machen, damit wir für die Zukunft Ruhe haben.“ Aussagen über die Kosten konnte die Stadträtin nicht machen.

Neuer Inhaber könnte bald bekanntgegeben werden

Auf die Frage von Helena Radtke-Ruiz (FDP), wie viele Interessenten es für einen Betrieb der Gaststätte gegeben habe, antwortete Katrin Schultze-Berndt: „Zweistellig.“ In die engere Auswahl seien aber nur Gastronomen gekommen, die bereits Erfahrung mit größeren Betrieben gemacht haben, da tagsüber ein Kantinenbetrieb und das Abendgeschäft sichergestellt werden müsse. Fest steht der neue Inhaber noch nicht. Man befinde sich aber in den letzten Vertragsabsprachen, sagt die Stadträtin.