Der Verein „I love Tegel“ hat beim bundesweiten RTL „Com.mit Award“ für ehrenamtliches Engagement den ersten Platz in der Kategorie „Gruppe/Verein“ belegt. Insgesamt setzte sich damit die 2014 gegründete Tegeler Kiez-Initiative gegen 100 weitere Bewerber durch. Felix Schönebeck und seine Mitstreiter Matty Hes und Paul Jaczek nahmen den mit 2500 Euro dotierten Preis am Mittwoch auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin von RTL-Moderator Peter Kloeppel und dem Schirmherr des Preises, dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff, entgegen. Zudem gewannen die drei eine Webcam und ein Treffen mit dem Komiker Bülent Ceylan.
„Wir freuen uns unglaublich über diese große Anerkennung für unsere ehrenamtliche Arbeit“, sagte Schönebeck. Einen Großteil werde sein Team an Reinickendorfer Institutionen spenden. „I love Tegel“ hat schon einige Projekte zur Verschönerung des Ortsteils mit rund 40.000 Einwohnern durchgesetzt. Beispielsweise streicht die Initiative regelmäßig die rote Telefonzelle oder sorgte dafür, dass der S-Bahnhof Tegel neue Anti-Graffiti-Fliesen erhält.
Der Preis wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal unter dem Motto „Aufmischen, Mitgestalten: Junge Mutbürger gesucht“ an Menschen zwischen 15 und 29 Jahren vergeben, die sich ehrenamtlich in der Gesellschaft engagieren, Demokratie aktiv mitgestalten und „der Politik unterstützend beistehen“. Doch gerade Letzteres sorgt angesichts der Nominierung des Vereins für Diskussionen in Reinickendorfer Facebookgruppen, da Felix Schönebeck enge Verbindungen zur CDU hat. „Es ist hier bewusst eine Initiative außerhalb der CDU durch die CDU gegründet worden, um eindeutig Parteipolitik zu platzieren“, hieß es. Hier erhalte Parteiwerbung einen Preis.
Felix Schönebeck seit 2011 durchgängig bei CDU-Abgeordneten beschäftigt – derzeit als Referent für Sport- und Ehrenamt beim Abgeordneten Tim-Christopher Zeelen (CDU). Zusätzlich ist er Mitglied im Kreisvorstand und macht Haustür-Wahlkampf mit dem Bundestagsabgeordneten Frank Steffel (CDU). „Ich finde das eine Unverschämtheit. Meine parteipolitische Arbeit hat überhaupt gar nichts mit der überparteilichen Initiative zu tun“, sagte Schönebeck. RTL selbst sieht die Parteizugehörigkeit nicht als Problem. „Natürlich dürfen sich auch Mitglieder einer Partei bewerben – das ist für sich gesehen ja kein Makel“, sagte RTL-Pressesprecher Matthias Bolhöfer. Zudem sei Schönebeck nicht als Einzelperson angetreten. Der Geldpreis falle dem Projekt als Spende zu, deshalb läge keine Parteien-Finanzierung vor.


