Reinickendorf
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Bahn lässt Wittenauer S-Bahn-Bögen sanieren

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Isabel Metzger
Oliver Kellermann (l.) und Dennis Schütt backen die Brötchen in ihrem Café jeden Morgen selber

Oliver Kellermann (l.) und Dennis Schütt backen die Brötchen in ihrem Café jeden Morgen selber

Foto: Isabel Metzger / BM

Nach den Arbeiten will die Deutsche Bahn die Flächen vermieten. Es gibt bereits erste Interessenten.

Berlin.  Noch sind die S-Bahn-Bögen am Bahnhof Wittenau an der Oranienburger Straße versperrt. Aufgrund von Feuchtigkeitsschäden in den Wänden hatte die Deutsche Bahn sie im ersten Halbjahr 2017 entkernen lassen. „Innerhalb der Mietflächen sind die Feuchtigkeitsschäden so weit wie möglich behoben“, sagt Bahnsprecher Gisbert Gahler. Es gebe deshalb Pläne, die Bögen „in einen für die Vermietung geeigneten Zustand zu bringen“. Dort könnten dann also Läden einziehen.

Erste Interessenten gibt es bereits. Etwa die beiden Café-Inhaber Oliver Kellermann und Dennis Schütt. Beide kommen aus Wittenau. Im Mai eröffneten die gelernten Köche ein Café in Prenzlauer Berg – „Unser Café“, nicht weit von der S-Bahn-Station Schönhauser Allee. Seit Juni gibt es dort jeden Morgen ab 7 Uhr selbst gebackene Laugenbrötchen, Frühstücks-Smoothie mit Ananas, Avocado und Kokosflocken, portugiesische Törtchen mit Vanillecreme, aber auch die Tasse Espresso für einen Euro. „Das würden wir gerne nach Wittenau an die Oranienburger Straße bringen“, sagt Kellermann. „So ein Café mit wirklich leckerem, frisch gemachtem Brot und Kuchen gibt es dort noch nicht.“

Der Geräuschpegel durch die S-Bahn sei kein Problem

Kellermann und Schütt glauben, dass ihr Konzept auch in Wittenau funktionieren kann. „Dort gibt es viele Passanten: Pendler, auch Schüler“, sagt Kellermann. „Wir könnten dort ein To-go-Konzept fahren.“ Dazu gehören frisch belegte Brötchen, Kaffee zum Mitnehmen. Der Geräuschpegel sei kein Problem. „Das knattert ab und zu ein bisschen von der S-Bahn, macht aber nichts aus.“

Im Bezirk stoßen die Pläne für eine gewerbliche Nutzung der leer stehenden Flächen auf Zuspruch. „Es gibt nun endlich eine Perspektive für die Wiederbelebung des Nordeinganges am S-Bahnhof“, sagt der Wittenauer Bezirksverordnete Björn Wohlert (CDU). „Für die Schüler der umliegenden Oberstufenzentren und die Anwohner soll wieder ein attraktiver Ort zum Verweilen geschaffen werden.“ Noch ist nicht entschieden, wie die Flächen nach der Sanierung vergeben werden. Laut Bahn sind für 2020/2021 noch Arbeiten für die Abdichtung des Gleisbetts über den Bögen geplant. „Erst nach Behebung aller Feuchtigkeitsschäden können die Flächen vermietet werden“, so Bahnsprecher Gahler. Bis 2019 werde aber voraussichtlich ein Nachvermietungskonzept entwickelt.