Ein Amoknotruf aus der Max-Beckmann-Oberschule in Reinickendorf hat am Donnerstagmittag einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Rund 130 Beamte, darunter auch das Spezialeinsatzkommando (SEK), durchkämmten zum Teil schwer bewaffnet Raum für Raum in dem Gebäude. Um die Schule wurde ein großer Sperrkreis gezogen. Nach mehr als zwei Stunden kam die Entwarnung: „Keine Gefahr in der Max-Beckmann-Oberschule in #Reinickendorf“, twitterte die Polizei. Die rund 1000 Schüler würden in Ruhe mit ihren Lehrern die Schule verlassen. Am Nachmittag teilte die Polizei mit, dass ein technischer Defekt an der Alarmanlage der Schule den Notruf ausgelöst hatte.

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Die Auguste-Viktoria-Allee war während des Einsatzes zwischen der General-Barby-Straße und der General-Woyna-Straße gesperrt worden, ebenso Teile des Eichborndamms. Dutzende Eltern warteten auf nähere Informationen von der Polizei. Viele hielten per SMS Kontakt zu ihren Kindern in dem Gebäude. Eine Mutter berichtete der Berliner Morgenpost, dass sie seit zwei Stunden auf Informationen warte. Andere waren den Tränen nahe. Nur aus der Ferne konnten sie die schwer bewaffneten Polizisten dabei beobachten, wie sie in das Gelände stürmten. Von der Polizei hatte es zu diesem Zeitpunkt keine näheren Auskünfte gegeben.

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Als das Absperrband endlich hochgezogen wurde, rannten viele Eltern in Richtung Oberschule, wo ihre Kinder ihnen bereits entgegen kamen. Einige jüngere Schüler brachen in Tränen aus. Mehrere Kinder mussten noch in der Schule psychologisch betreut werden.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz
Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz

„Wir wussten überhaupt nicht, was los war. Wir mussten uns auf den Boden legen und durften nicht ans Fenster und plötzlich war überall Polizei“, berichtete ein Mädchen seiner Mutter. Als der Alarm plötzlich losging, verschlossen Lehrer die Klassenzimmer und rückten Bänke und Stühle vor die Tür. Auf Anfrage der Berliner Morgenpost teilte die Senatsbildungsverwaltung mit, dass Alarm nach dem Gefährdungsgrad III ausgelöst worden sei. Dazu zählen dem Alarmplan zufolge unter anderen Amoktaten, Brandfall, und Geiselnahmen. Dem Plan zufolge muss dann als „Sofortreaktion“ Amokalarm in der Schule ausgelöst und die Polizei über Notruf alarmiert werden. Nachdem die Polizei sämtliche Räume der Oberschule und das Kellergeschoss abgesucht hatte, gab sie kurz nach 14 Uhr schließlich Entwarnung.

Zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort
Zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort© Thomas Peise | Thomas Peise

Der zuständige Schulstadtrat, Tobias Dollase, zeigte sich erleichtert: „Wir sind sehr froh, dass es ein Fehlalarm war und niemand zu Schaden kam.“ Dollase stand während des Einsatzes in Kontakt mit der Polizei und der Schule. „Der Austausch zwischen Schule, Polizei und Schulamt hat reibungslos geklappt“, so Dollase.

Es war nicht das erste Mal, dass an einer Berliner Schule fälschlich ein Amokalarm ausgelöst wurde. So gab es an einer Grundschule in Lichtenberg vor etwa drei Jahren gleich mehrfach hintereinander Amokalarm. Weil Polizei und Schulleitung aber nicht von einem technischen Defekt ausgehen können, greift jedes Mal der Alarmplan.