Wer in Prenzlauer Berg genau hinschaut, kann derzeit kleine Entdeckungen machen. Neben Schaufenstern und an Hauswänden sind Playmobilfiguren aufgetaucht, die dort ganz offensichtlich nicht zufällig stehen. Dahinter steckt das Streetart-Duo „I see something little“, dessen Miniatur-Installationen in Berlin immer mehr Fans finden.

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Die winzigen Kunstwerke sind bereits in vier Ländern aufgetaucht. In Berlin waren sie aber vor allem im Bezirk Mitte aufgefallen. Zum Beispiel 2023 an der Weidendammbrücke, wo die Streetart-Künstler mit einer Obdachlosen-Figur auf den kommenden Winter hinwiesen und für Spenden an den Berliner Kältebus warben.

Nun hat das Duo begonnen, Prenzlauer Berg einzunehmen. An mehreren Orten im Kiez sind neue Szenen entstanden, nämlich beim Aussteiger in der Danziger Straße, an der Eisdiele Hokey Pokey und bei einem Whisky-Shop.

Diese Kunst kostet nur ein bisschen Aufmerksamkeit

Das Prinzip ist simpel und wirkungsvoll. Die kleinen Figuren werden in alltägliche Orte der Stadt gesetzt und treten mit ihrer Umgebung in Beziehung. So kann aus einer Mauerkante eine Baustelle werden und aus einem Schaufenster eine Bühne. Passanten, die sonst im Vorbeigehen aufs Handy schauen, bleiben stehen und lächeln. Genau darin liegt der Reiz dieser Kunst. Sie kostet keinen Eintritt und verlangt keinen Museumsbesuch, nur ein bisschen Aufmerksamkeit.

Playmobilfiguren im Stadtbild vom Prenzlauer Berg
Diese Playmobilfiguren sind über dem Eisladen von „Hokey Pokey“ in der Stargarder Straße zu sehen.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen

Dass die Figuren jetzt ausgerechnet an einer Eisdiele und einem Whisky-Shop auftauchen, passt zum Charakter des Viertels. Prenzlauer Berg gilt als Bezirk der kleinen Läden und Cafés, in dem man sich beim Spazierengehen Zeit nimmt. Die Miniaturen fügen sich in diese Umgebung ein und setzen doch einen augenzwinkernden Akzent. Für die Betreiber der Geschäfte sind sie zudem ein charmanter Hingucker, der Neugierige vor die Tür lockt.

Playmobilfiguren im Stadtbild vom Prenzlauer Berg
Am Outdoor-Geschäft „Der Aussteiger“ in der Danziger Straße klettert diese Playmobil-Figur empor.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen

Berlin gilt seit Jahrzehnten als Hauptstadt der Straßenkunst. Zwischen riesigen Wandbildern und bunten Graffiti wirken die Playmobilfiguren fast bescheiden. Gerade deshalb fallen sie auf. Wer sie sehen möchte, sollte sich allerdings nicht zu lange Zeit lassen. Streetart ist vergänglich. Immer wieder werden die Figuren entfernt oder mitgenommen, wie die Posts der Macher von „I see something little“ zeigen.

Unser Tipp für den Wochenendspaziergang: Starten Sie in der Danziger Straße 41 (Outdoorladen „Der Aussteiger“), schauen Sie bei der Eisdiele „Hokey Pokey“ in der Stargarder Straße 72 vorbei und gönnen Sie sich danach eine Kugel Eis – auch im Herbst (täglich geöffnet von 12 bis 19 Uhr). Oder entdecken Sie Whisky-Raritäten in der Knaackstraße 70 (nahe Kulturbrauerei). Und halten Sie die Augen offen. Vielleicht steht schon die nächste Figur am Wegesrand.

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