Der Handelsriese Kaufland hat sieben Monate lang an einem Popup getüftelt, das nun in einer Filiale in Prenzlauer Berg und drei weiteren Berliner Filialen getestet werden kann. Shampoo, Duschgel und Pflegecreme sollen beim Wocheneinkauf genauso im Wagen landen wie Milch und Brot.

Das Gesicht wird gescannt, um Hautmerkmale wie Falten, Poren, Feuchtigkeitsgehalt, Rötungen oder Pigmentflecken zu messen. Die Bilder werden anonymisiert 24 Stunden auf einem Server gespeichert und danach vollständig gelöscht. Datenschutztechnisch also alles unbedenklich.
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Die KI weiß genau, wo sie uns packen muss
Aus den Scans leitet die KI individuelle Produktempfehlungen für Haut und Haar ab. Dienstags und donnerstags beraten zusätzlich echte Friseure und Dermatologen vor Ort. Wer will, lässt sich direkt stylen – mitten im Wocheneinkauf. Influencer-Events, Creator-Workshops und eine eigene Eventfläche runden das Konzept ab.

Ob KI-Hautanalyse und Duft-Nummerncode tatsächlich zum bundesweiten Standard werden, hängt nun vom Feedback der Berliner Testkundschaft ab. Kaufland will die Drogerieabteilung als eigenständiges Erlebnis positionieren – und damit Rossmann & Co. direkt Konkurrenz machen. Ähnliche Konzepte mit KI-Analyse bietet auch das Luxus-Kaufhaus KaDeWe an.
KI-Ergebnisse sind keine Fakten
So beeindruckend die KI-Tools wirken, mahnen Expertinnen zur Vorsicht: Neonlicht im Markt etwa liefert andere Werte als Tageslicht. Viele Systeme unterscheiden zudem kaum zwischen vorübergehenden Zuständen wie sportbedingten Rötungen und dauerhaften Hautproblemen.

Hinzu kommt algorithmische Voreingenommenheit: Weil viele KI-Modelle überwiegend mit Bildern heller Hauttypen trainiert wurden, drohen bei dunkleren Hauttönen fehlerhafte Analysen. Eine Beauty-Studiengangsleiterin bringt es auf den Punkt: Die KI ersetze Beratung nicht wirklich – doch Kundinnen vertrauen ihr oft blind und halten die Ergebnisse für Tatsachen. Das steigert die Kaufbereitschaft enorm.




