Eigentlich wäre alles für die Berliner Schulen geregelt. Es gibt ein EU-Schulprogramm, das bei allen Bildungseinrichtungen die Versorgung mit Obst und Gemüse sicherstellt. Das Problem: Die Möglichkeit wird nicht genutzt. 400.000 Schülerinnen und Schüler kommen damit nicht in den Genuss dieses gesunden Angebots.

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Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, kritisieren Schülerinnen und Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums in Prenzlauer Berg (Bezirk Pankow) diesen Umstand. Karlotta Düsterhöft und Nuri Falkenberg, Schülerin und Schüler am Gymnasium in der Dunckerstraße, erklären: „Besonders im Kontext der ach so betonten Sparzwänge ist es unbegreiflich, das vollständig durch die EU finanzierte Schulprogramm für Obst und Gemüse nicht zu nutzen.“

Deswegen laden sie gemeinsam mit dem Berliner Landesschülerausschuss am kommenden Mittwoch (2. September) zu einem Aktionstag ein. Unter anderem sollen dann 100 Kilogramm Obst an die Schülerinnen und Schüler als Pausensnack verteilt werden. Zur Diskussion sind auch Christian Henke, Staatssekretärin an der Senatsverwaltung für Bildung, und Daniela Billig (Die Grünen), Mitglied des Abgeordnetenhauses, eingeladen.

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Kein Obst und Gemüse aus Förderprogramm: Woran es klemmt?

Bleibt die Frage: Warum klappt das Abrufen der Fördermittel nicht? Eine Beteiligung am Programm wäre wohl reine Formsache. Doch da ein Staatsvertrag das Land Berlin an das Land Brandenburg bindet, muss zuvor mit den Kollegen des Bundeslandes, das die Hauptstadt komplett umschließt, Kontakt aufgenommen werden. Und genau daran soll es laut der Mitteilung hapern.

So berichtete Dirk Feuerberg, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, im Juni 2026 im Ausschuss, dass ihm nicht klar sei, ob und wie eine Reaktion Brandenburgs ausgefallen sein könnte. „Mir ist jetzt nicht mitgeteilt worden, ob es eine Ablehnung oder gar keine Antwort gab. Es ist mehrfach versucht worden, das Thema von unserer Seite aus anzustoßen“, sagte Feuerberg.

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Schulleiterin: Frisches Obst sorgt „für eine optimale Lernleistung“

Simone Ley, Schulleiterin am Käthe-Kollwitz-Gymnasium, erklärt in der Mitteilung: „Für eine optimale Lernleistung benötigt das Gehirn eine kontinuierliche Versorgung mit Glukose. Ein regelmäßiges Angebot an frischem Obst liefert diese Energie gleichmäßig und beugt so konzentrationsbedingtem Leistungsabfall effektiv vor. Daher unterstütze ich das Engagement unserer Schüler:innen für das von der EU finanzierte Schulprogramm vollumfänglich.“

Das Land Berlin bezieht derzeit nur Milchprodukte über das EU-Schulprogramm. Nach Angaben der Senatsverwaltung wurden im Schuljahr 2022/23 1200 Bildungseinrichtungen versorgt. 13 andere Bundesländer (Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen) profitieren bereits von den Gemüse- und Obstlieferungen aus dem Förderprogramm.

dw