Mitte April sind beim Abriss des Stadions im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark Schadstoffe entdeckt worden. Nach Angaben der Senatsbauverwaltung handelte es sich um schwach gebundene Asbestbaustoffe, deren Existenz bisher nicht bekannt war. Vermutlich sei es Bauschutt, der aus der Bauzeit des Stadions im Stadtteil Prenzlauer Berg stammt.

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Jetzt hat ein Mitglied der Bürgerinitiative Jahnsportpark Strafanzeige gegen die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gestellt. Der Vorwurf: Die Verwaltung wolle den kontaminierten Schutt unter freiem Himmel verpacken. Der Senat verschleiere den Asbestfund und spare an Schutzmaßnahmen. So steht es in einer Pressemitteilung der Initiative.
Demnach sei vier Wochen nach Vorliegen des Schadstoffbefundes die Abdeckung zwar nachgebessert worden, aber immer noch unvollständig. Vermutlich Anfang Mai habe der Wind einige Abdeckplanen gelöst, sodass der asbestverseuchte Schutt mehrere Tage offen dalag, was „in höchstem Maße fahrlässig“ sei.
Schon im April hatte das Lager der Baukritiker den sofortigen Stopp der Abrissarbeiten gefordert. „Es stellt sich die Frage, ob die Anwohnenden nicht wochenlang schadstoffbelastetem Baustaub ausgesetzt waren. Der Sachverhalt muss daher unverzüglich, gründlich und transparent aufgeklärt werden“, sagte damals Aleksandra Kwasnik von der Bürgerinitiative Jahnsportpark. Zuvor hatte es bereits heftige Streitigkeiten um den Artenschutz gegeben.
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Senatsbauverwaltung: Keine Gefahr für Anwohner und Passanten
Die Senatsbauverwaltung hatte hingegen im April erklärt, dass das fragliche Material in spezielle Säcke verpackt und in geschlossene Container für den Abtransport verladen werde. „Zudem wird zur Vermeidung von Staubemissionen bei den Arbeiten mit dem kontaminierten Material ein Wassernebel erzeugt.“
Für die Arbeiten sollen den Angaben zufolge hohe Arbeitsschutzvorgaben gegolten haben: So müssen die vor Ort Beschäftigten Schutzausrüstung tragen. „Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Passanten außerhalb der Baustelle besteht keine Gefährdung“, hatte die Senatsbauverwaltung mitgeteilt.
Die Initiative wird jetzt in ihrer Mitteilung sehr deutlich: „Den Umgang der Senatsverwaltung mit einem derartig krebserregenden, Luft- und Lungengängigen Stoff, auf einer hochfrequentierten Sportanlage mitten in einem Wohngebiet, halten wir für völlig unzureichend und inakzeptabel.“
Der Abriss der Arena erfolgt, weil ein barrierefreier Neubau mit 20.000 Plätzen und einem Skywalk für Besucher entstehen soll.
BMO/dpa




