Kein Kahlschlag im Programm, keine Schließung, aber auch keine dauerhafte Entwarnung: Die Brotfabrik Weißensee meldet einen wichtigen Etappensieg beim Kampf gegen Einsparungen durch den Berliner Senat. Nachdem die Berliner Morgenpost über Sorgen der Pankower Bürgermeisterin Cordelia Koch (Grüne) im Januar vor Einschnitten bei der beliebten Kulturinstitution berichtet hatte, ist der Ernstfall für das beliebte Etablissement für Bild- und Bühnenkünstler jetzt abgewendet.

Donnerstag

Mein Pankow-Newsletter

Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter zu Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Man habe nach längerer Wartezeit eine „In-Aussicht-Stellung der Lesereihenförderung sowie der Spielstättenförderung für den Literatur- und Bühnen-Bereich im Jahr 2025 seitens des Berliner Senats“ bekommen, erklärt Alexander Graeff vom Betreiberverein Glashaus. „Damit wären die beiden Sparten der Brotfabrik erstmal gerettet. Die Spielstättenförderung wurde um circa 15 Prozent gekürzt, die Lesereihenförderung als relativ neues Instrument blieb von den Kürzungen unberührt“, schildert Graeff die neue Lage.

Brotfabrik Weißensee: Betreiber sorgen sich um wichtige Sparten

In der Brotfabrik Weißensee geht der Ofen nicht aus: Am Caligariplatz befindet sich einer der populärsten Anziehungspunkte für kulturaffine Nachbarn in Berlin-Pankow.
In der Brotfabrik Weißensee geht der Ofen nicht aus: Am Caligariplatz befindet sich einer der populärsten Anziehungspunkte für kulturaffine Nachbarn in Berlin-Pankow.© Berliner Morgenpost | Thomas Schubert

Auf Anfrage der Pankower Linken zu den möglichen Folgen des Spardiktats im Kulturbereich hatte Bürgermeisterin Koch zum Jahreswechsel die Brotfabrik als Beispielort für bedrohte Kiezinstitutionen genannt. Und vor „nicht mehr rückgängig zu machenden Veränderungen aus den aktuellen Kürzungen“ gewarnt. Beim Wegfall von Mitteln sei hier und bei anderen kommunalen Projekten „die Vielfalt in der Kunst- und Kulturszene in Pankow von einem Einschnitt bedroht“.

Brotfabrik Weißensee - mehr zum Thema

Dass die Brotfabrik mit Kino, Ausstellungsprogramm, Galerie und Kneipe vor einer Schließung steht, war laut des Betreibervereins zwar nicht zu befürchten. Allerdings hatte man konkrete Sorgen bei der Ausfinanzierung des Bühnenprogramms, der Galerie und der Literaturabteilung. 

Förderzusage für Brotfabrik praktisch im letzten Moment

Umso größer erschien die Erleichterung über eine Förderzusage, die erst kurz vor Beginn des neuen Förderjahrs, das Anfang Februar startet, dingfest war. Nur wenige Tage vor dem Erreichen der Frist bekam die Brotfabrik die erlösende Nachricht, dass sich der Geldhahn nicht im ungünstigsten Moment plötzlich schließt.

Mehr Beiträge aus Berlin-Pankow