Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopicts) breitet sich in Berlin immer weiter aus. Tigermückenvorkommen wurden in den vergangenen Jahren mehrfach in Kleingartenanlagen in Treptow-Köpenick und Neukölln bestätigt. Nun wurde sie auch in Pankow nachgewiesen. Zudem gibt es einen Verdachtsfall in Charlottenburg-Wilmersdorf. 

Donnerstag

Mein Pankow-Newsletter

Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter zu Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Sowohl ausgewachsene Mücken als auch Larven seien auf einem Pankower Friedhof nachgewiesen worden, wie die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege am Mittwoch mitteilte. Die neue Population wurde durch das Projekt „Mückenatlas“ entdeckt. Der Mückenatlas ist eine Initiative des Friedrich-Loeffler-Instituts und des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. zur Untersuchung von Stechmücken.

Lesen Sie auch: Asiatische Tigermücke in zwei Berliner Bezirken nachgewiesen

Tigermücken können Krankheitserreger übertragen

Die Bezirksämter Mitte und Pankow beraten den betroffenen Friedhof nun zum weiteren Vorgehen und stellen Informationsmaterialien bereit. Mehr als 2000 Mücken hat das Gesundheitsamt von Berlin-Mitte in der laufenden Saison untersucht – darunter war bisher keine einzige Tigermücke. Es habe sich um andere, ebenfalls gestreifte Mücken gehandelt, die der Laie nicht unbedingt unterscheiden könne, sagte Lukas Murajda. Er ist Amtsarzt des Gesundheitsamtes in Mitte, das seit dem 19. Juli die zentrale Rolle im Monitoring möglicher Tigermücken-Populationen in Berlin einnimmt. 

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) stammt aus den Tropen und kann verschiedene Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren übertragen, bisher gab es derartige Fälle in Deutschland nicht. Die Tigermücken tragen die Krankheitserreger nicht von Natur aus in sich, sondern müssen zunächst durch einen Stich das Virus mit einer Blutmahlzeit aufnehmen. 

Bevölkerung soll Mücken einsenden

Tigermücken brüten in kleinen, künstlichen Wasseransammlungen. Eine Verbreitung kann durch eine Reduzierung solcher Wasseransammlungen, etwa in Gießkannen, Blumentopf-Untersetzern oder auch Grabvasen, verhindert werden. Daher wird geraten, stehendes Wasser in den genannten Behältern wöchentlich auszutauschen und das abgestandene Wasser auf Grünflächen und Beeten zu vergießen. Aufgrund der sinkenden Temperaturen endet die Tigermückensaison voraussichtlich in den kommenden Wochen.

Da nicht ausgeschlossen wird, dass Tigermücken an weiteren Orten in Berlin zu finden sind, bittet das Bezirksamt Mitte die Berliner Bevölkerung um die Einsendung möglichst intakter Mückenexemplare, bei denen es sich um Tigermücken handeln könnte. Sollte dies nicht möglich sein, können auch Fotos von Mückenexemplaren an das Postfach vektormonitoring@ba-mitte.berlin.de gesendet werden. BM