Nach öffentlichen Protesten und dem jahrelangen Druck durch die Schulleitung und Eltern wurde das Gymnasium am Europasportpark, das jahrelang als marodeste Schule Pankows galt, nun endlich an einen neuen Standort verlegt und erstrahlte dort in neuem Glanz. Am Freitag fand nun die feierliche Eröffnung des neuen Standorts statt, bei der unter anderem Franziska Giffey, Katharina Günther-Wünsch und andere hochrangige Persönlichkeiten anwesend waren und Reden hielten.

Donnerstag
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Für viele Schülerinnen und Schüler stellte der neue Standort eine deutliche Verbesserung dar. „Eigentlich ist hier alles besser“, so Fiona T. aus der 10. Klasse. Der Schüler Jakob H. berichtete allerdings auch davon, dass einige seiner Mitschüler und Mitschülerinnen die Schule wegen der langen Anreise zum neuen Standort gewechselt hatten.
Die Frage, ob sie wirklich zurück in das ursprüngliche Schulgebäude in der Kniprodestraße kehren wollten, beschäftigte viele. Julius P. brachte es auf den Punkt: „Je nachdem, wie die neue Schule wird.“ Während die Lehrkräfte bereits letzten Mittwoch in das neue Gebäude einzogen, um alles vorzubereiten, kamen die 800 Schüler und Schülerinnen am Montag dazu.

Ein starkes Zeichen
Der Neuanfang am Standort Wilhelmsruh bot auch Anlass zur Umbenennung der Schule. Die Umbenennung in Inge-Deutschkron-Gymnasium setzte ein starkes Zeichen für die Schulgemeinschaft. Inge Deutschkron, Holocaust-Überlebende und Berliner Ehrenbürgerin, steht für Mut, Geradlinigkeit und den festen Willen, die Schrecken der Vergangenheit nie zu vergessen. Die Schulgemeinschaft beschäftigte sich die letzten zwei Jahre intensiv mit Deutschkron und passte die Lerninhalte in Zusammenarbeit mit dem Bildungspartner, dem Jüdischen Museum Berlin, entsprechend an.
Ein Vertreter der israelischen Botschaft und Barbara Thiele, Direktorin für Vermittlung und Digitales des Jüdischen Museums Berlin, betonten beide die Essenzialität, Inge Deutschkrons Vermächtnis an die jungen Generationen weiterzugeben.
Giffey lobt Schulsanierung
Auch Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, sowie Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, lobten die Schulsanierung. Besonders Giffey, die als ehemalige Bürgermeisterin Berlins die Situation der Schule lange mitverfolgt hatte, zeigte sich gerührt: „Das ist einer der Momente in einem Politikerleben, in denen man merkt, wieso man sowas macht. Weil es einen Unterschied macht“.
Jörn Pasternack, Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management in Pankow, lobte die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, die diesen komplexen Umzug ins Umspannwerk Wilhelmsruh ermöglicht hatte.
Moderne Lernbedingungen und kreative Lösungen
Besonders freute sich die Schulgemeinschaft über die Übernahme von Büromöbeln des vorherigen Mieters Vattenfall, darunter höhenverstellbare Tische für die Kunsträume der Schule. Da der Standort keine eigene Sporthalle hat, findet der Sportunterricht nun in Hallen im Bezirk Reinickendorf statt.

Ein Zuhause auf Zeit – oder doch für länger?
Das eigentliche Schulgebäude in der Kniprodestraße wird derzeit saniert, die Fertigstellung ist für das Schuljahr 2027/28 geplant. Doch bis dahin bleibt das Umspannwerk ein Zuhause auf Zeit – und viele hoffen insgeheim, dass es nicht nur ein vorübergehendes bleibt.





