Weitläufig, teilweise bewaldet und ruhig: Das Hundeauslaufgebiet Arkenberge im Norden von Berlin ist ein richtiges Kleinod in der Großstadt. Doch es ist bedroht, weil Interessen von Tierhaltern, Naturschutz, Landwirten, Anwohnern und vor allem der Wohnungsbaubedarf nur schwer auf einen Nenner zu bringen sind. Auf Initiative des Bezirksamts Pankow soll ein Runder Tisch nun trotzdem eine Verständigung bringen.
„Wir wollen mit einer Demonstration vor dem Bezirksamt deutlich machen, wie wichtig uns das Hundeauslaufgebiet ist“, sagt Dagmar Moriano von der Interessengemeinschaft Hunde in Arkenberge. Gemeinsam mit weiteren Tierhaltern will sie am kommenden Montag, den 8. Mai, ab 16 Uhr in der Fröbelstraße in Prenzlauer Berg für den Erhalt des mindestens 20 Hektar großen Gebiets demonstrieren.
Runder Tisch soll Nutzer des Hundeauslaufgebiets Arkenberge zusammen bringen
Neben den Hundehaltern sind zu dem Gespräch mit Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) und weiteren Behördenvertretern auch ansässige Bauern, die Bürgervereine Blankenfelde und Französisch Buchholz, der Hundesportverein Buchholz sowie Nabu, Tierschutzverein Berlin und Vertreter der Fraktionen aus der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingeladen.
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Dabei ist die Situation vertrackt: Während Pankow mit knapp 15.000 Tieren als der hundereichste Bezirk in Berlin gilt, sind Gebiete, in denen sich die Vierbeiner ohne Leine austoben können, vor allem im Osten der Stadt rar. Entsprechend beliebt ist das Hundeauslaufgebiet Arkenberge. Zum Leidwesen zumindest einiger Anlieger. Anwohner hatten sich in der Vergangenheit über zugeparkte Straßen beschwert, Bauern über Tiere auf ihren Feldern und Naturschützer über freilaufende Hunde im benachbarten Landschaftsschutzgebiet.
Berlin wächst: Bezirksamt Pankow will Gebiet als Kompensationsfläche nutzen
Nachdem das Bezirksamt jedoch keine „akute Beschwerdelage“ nachweisen konnte, wurde deutlich, dass diese Nutzungskonflikte nur Begleitmusik sind, weil die Behörde das Gebiet vor allem als Kompensationsfläche für Bauvorhaben an anderer Stelle in Pankow nutzen möchte. Dazu notwendige artenschutzrechtliche Maßnahmen sind nach Ansicht des Bezirksamts nicht mit der Nutzung als Hundeauslaufgebiet vereinbar.

Für die Hundehalter unverständlich, denn sie engagieren sich nach eigenen Angaben schon lange auf freiwilliger Basis für das Gebiet, rufen zum Beispiel zu Müllsammelaktionen auf. „Nur Hilfssheriff wollen wir nicht spielen“, hatte Dagmar Moriano Ende vergangenen Jahres gegenüber Politik und Verwaltung betont. Denn eine bislang vom Bezirksamt Pankow vorgesehen Ersatzfläche mit lediglich neun Hektar an der Bucher Straße ist aus Sicht der Hundehalter nicht geeignet.
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„Arkenberge ist für meine Hunde eine vertraute Umgebung“, sagt Moriano. Das sei gerade für ältere Tiere wichtig. Außerdem habe auch sie als Mensch ein Recht auf Erholung. Das deutlich kleinere Areal zwischen Bahngleisen und Autobahn ist aus ihrer Sicht dazu nicht geeignet. Auch dann nicht, wenn das blanke Feld noch in irgend einer Form „hergerichtet“ wird, wie Stadträtin Manuela Anders-Granitzki versprach. Damit ist die Forderung der Hundehalter klar: Gibt es keine Chance, das Hundeauslaufgebiet in Arkenberge zu retten, muss es wenigstens eine bessere Ersatzfläche geben, so Moriano.



