Es ist ein alter Konflikt: Bereits 2012 forderte die Bezirksverordnetenversammlung Pankow den Umbau der Berliner Allee im Zentrum Weißensees. Statt zwei Fahrstreifen für den Autoverkehr sollten nach den Plänen der Verordneten eine ÖPNV-Spur, Radwege und weitere Fußgängerwege entstehen, wofür laut der Initiative „Aktion Berliner Allee“ seit 2015 rund sechs Millionen Euro im Landeshaushalt bereit gestanden hätten, jedoch nie für einen solchen Umbau eingesetzt worden seien. Stattdessen seien neue Straßen geplant worden. Letztes Jahr wich der Plan einer kompletten Neugestaltung der Berliner Allee einer Sanierung im Bestand – schnellere Ergebnisse, jedoch weniger Berücksichtigung der Anwohnerbedürfnisse. So lautet die Kritik.

Vor diesem Hintergrund rufen die Mitglieder der Initiative am Sonnabend, dem 7. Mai, um 11 Uhr am Antonplatz in Weißensee zu einer Fahrrad-Demonstration auf – unter dem Motto „Gemeinsam für eine Verkehrswende“.

Aktion Berliner Allee fordert die Neugestaltung der Mobilität

„Unsere Forderungen beschränken sich nicht nur auf die Berliner Allee, sondern auf beziehen sich auf mehrere Verkehrsthemen in Weißensee“, erklärt die Sprecherin der Initiative Dr. Friederike Schirdewan. „Es geht um den größeren Zusammenhang. Wir wollen Mobilität neu gestalten.“ Darunter falle die Errichtung neuer Radwege, das Tempo-30-Limit, um Lärm und Schmutz zu vermeiden, die Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs sowie die Verlängerung der Straßenbahn 12 vom Antonplatz zum S-Bahnhof Pankow. Die Aktivistinnen und Aktivisten kritisieren, dass die Straßenbahn in einem Bogen durch die Kleingärten im „Feuchten Winkel“ geführt werde, weil dadurch angeblich der Autoverkehr auf der Prenzlauer Allee behindert werde.

Gleichzeitig richtet sich der Protest gegen den Neubau neuer Umgehungsstraßen, unter anderen durch die östliche Malchower Aue. „Neue Durchgangsstraßen für Autos sind das Gegenteil der Verkehrswende. Hier in Weißensee kann Verkehrssenatorin Jarasch zeigen, dass grüne Verkehrspolitik weder folgenloses Gerede ist, noch vor allem in Kreuzberg stattfindet“, so Schirdewan.

Route der Fahrrad-Demo entlang der geplanten Ortsumfahrung Malchow

Die Demonstration ist zwischen 11 und 13 Uhr angemeldet und führt von der Berliner Allee auf die Rennbahnstraße, über die Romain-Rolland-Straße, Rothenbachstraße zur A114-Auffahrt und der geplanten Straßenbahntrasse nach Pankow sowie entlang der Ortsumfahrung Malchow.

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