Tote Fische, Algenbefall und Gestank: Der Wilhelmsruher See in Pankow ist seit langem kein Badeort mehr und wird immer wieder für seinen untragbaren ökologischen Zustand kritisiert – seit zehn Jahren. Im August soll nun mit der Sanierung des Gewässers begonnen werden, um den See naturnah zu gestalten und die biologische Vielfalt zu schützen.
Erster Schritt: Bezirksamt Pankow plant Entschlammung
In einem ersten Schritt soll das Wasser entschlammt werden. Zu diesem Zweck werden die Ablagerungen, die insbesondere auf der westlichen Seite liegen, in einer sogenannten Nassbaggerung vom Grund entfernt. Danach werden sie in einer mobilen mechanischen Schlammentwässserungsanlage getrocknet, bevor sie entsorgt werden. Mit dieser und weiteren Maßnahmen soll die verfügbare Wassermenge des rund 8.300 Quadratmeter großen Sees gesteigert werden. Weitere Maßnahmen sehen die Verbesserung der Wasserqualität vor.
Der schlechte ökologische Zustand beziehe sich neben der Verschlammung vor allem auf die Nährstoffüberfrachtung und den Uferbereich, wie aus einer Pressemitteilung des Bezirks Pankow hervorgeht. Die beliebte Grünfläche sei vertrocknet, was unter anderem auf die drei Trockenjahre 2018, 2019 und 2020 zurückgeführt wird. Die heißen Sommer hätten gezeigt, „wie anfällig das zu- und abflusslose Gewässer für sommerlichen Wassermangel und das Trockenfallen der flachen Uferzone ist.“
Wilhelmsruher See in Pankow erhält Sitzstufen am Ufer
Am Uferbereich könnten laut dem zuständigem Planungsbüro Umweltvorhaben Berlin-Brandenburg Dr. Klaus Möller GmbH (UBB) weiterhin Sitzstufen aus Betonblocksteinen entstehen. Damit solle die Aufenthaltsqualität verbessert werden.
Zahlreiche Faktoren würden die Planungen jedoch erschweren, wie die Belastung durch industriell genutzte Stoffe auf einem Grundstück, das südwestlich am See grenzt. In einer Präsentation betont das Planungsbüro, dass ein langfristiger Erfolg nur zu erzielen sei, wenn die Vor- und Nachteile der Maßnahmen abgewägt und in aufeinander abgestimmten Schritten umgesetzt werden würden.
„Der Wilhelmsruher See ist vielleicht sogar noch ein kleiner Geheimtipp im Bezirk", so Manuela Anders-Granitzki, Bezirksstadträtin für Ordnung und Öffentlichen Raum. "Wir freuen uns sehr, dass wir die Chance haben, hier ein echtes Kleinod für die Pankowerinnen und Pankower zu schaffen“
Bezahlt wird das Projekt größtenteils aus den Sondermitteln des Berliner Senats. Eine Kofinanzierung kommt aus Geldern für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen aus dem Ausbau der Autobahn A114.


