Verkehrswende in Berlin

So beteiligen sich Anwohner an Pankows erstem Kiezblock

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Sperren gegen Durchgangsverkehr brauchen in Pankow eine besonders gründliche Vorbereitung. Lokale Konferenzen dienen auch dazu, Bedenken zu erkennen, bevor ein Fall vor Gericht geht.

Sperren gegen Durchgangsverkehr brauchen in Pankow eine besonders gründliche Vorbereitung. Lokale Konferenzen dienen auch dazu, Bedenken zu erkennen, bevor ein Fall vor Gericht geht.

Foto: Reto Klar / Funke Foto Services (Symbolfoto)

„Feldversuch“ für die Befreiung des Weißenseer Komponistenviertels von unerwünschtem Autoverkehr steht kurz bevor.

Berlin. Aus Sorge vor Klagen von Autofahrern bereitet das Bezirksamt Pankow seine Kiezblocks in einer Gründlichkeit vor, wie man sie in Mitte oder Friedrichshain-Kreuzberg so nicht kennt. Vor dem Start eines „Feldversuchs“ mit Sperren gegen Durchgangsverkehr im Komponistenviertel sind Anwohner jetzt zum zweiten Mal dazu aufgerufen, sich an den Vorbereitungen zu beteiligen. Experten der Technischen Universitäten Berlin und Dresden wollen mit dem Bezirksamt und einem Planungsbüro am Mittwoch, 9. März, ihre aktuellen Pläne zeigen. Und dabei letzte Bedenken ausräumen.

Erster Kiezblock in Pankow wird wissenschaftlich begleitet

In der ehemaligen Kaufhalle im Komponistenviertel, Gürtelstraße 31, wird das ausgewählte Modell zur Beruhigung der Bizetstraße und ihrer Umgebung von 16 bis 19 Uhr noch einmal diskutiert. Erwartet wird ein Vorgehen in mehreren Schritten, um mit milden Mitteln anzufangen und den Effekt einzelner Maßnahmen zu bestimmen.

Auch am Veranstaltungstag selbst kann man noch ohne Voranmeldung teilnehmen, solange die coronabedingten Platzreserven bei der Konferenz nicht erschöpft sind. Unter diesem Link können sich Teilnehmer vorab melden: https://tu-dresden.de/bu/verkehr/ivs/voeko/forschung/Komponistenviertel-anmeldung/

Ab dem zweiten Quartal dieses Jahres geht das erste von möglicherweise bis zu 19 Pankower Kiezblock-Projekten in die praktische Phase. Aus Sicht von Stadträtin Rona Tietje (SPD) geht es bei den ersten Versuchen auch darum, Bürger umfassend zu beteiligen und Einwände zu zerstreuen.

Spätere Kiezblocks bauen auf Erfahrungen des Pionierprojekts auf

Dabei will man rechtzeitig auf Bedenken eingehen, um Klagen zu vermeiden – ein Risiko, das man in anderen Bezirken weniger vermutet. „Wir betreiben einen hohen Aufwand, gerade weil wir nicht nur eine punktuelle Umgestaltung des Straßenraums wollen“, sagte Tietje kürzlich bei einer Konferenz der Pankower Kiezblock-Initiativen.

Mit den Erkenntnissen aus den ersten zwei Versuchen im Komponistenviertel und im Arnimkiez, wo ein Versuch im dritten Quartal beginnt, könne man spätere Vorhaben wesentlich schneller und rechtlich sicherer herbeiführen. So soll die Gründlichkeit also zu einer Beschleunigung des Gesamtprojekts in weiten Teilen der Pankower Innenstadt dienen.

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