Berlin Wahl 2021

Bezirkswahl in Pankow: Grüne erobern Rathaus

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In Pankows Bezirksverordnetenversammlung verschieben sich die Machtverhältnisse zugunsten der Grünen. Damit kann Cordelia Koch Bürgermeister Sören Benn (Linke) aus dem Amt verdrängen.

In Pankows Bezirksverordnetenversammlung verschieben sich die Machtverhältnisse zugunsten der Grünen. Damit kann Cordelia Koch Bürgermeister Sören Benn (Linke) aus dem Amt verdrängen.

Foto: Thomas Schubert

Dank deutlichen Zugewinnen können die Grünen in Pankow die neue Bezirksbürgermeisterin stellen. Am stärksten verliert die AfD.

Berlin. Pankows amtierender Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) verliert sein Amt an Grünen-Spitzenkandidatin Cordelia Koch. Weiterhin gibt es eine komfortable Mehrheit für die Zählgemeinschaft von Linken, Grünen und SPD. Zugleich verbucht die AfD die größten Verluste. Und der FDP gelingt es, in Fraktionsstärke in die neue Bezirksverordnetenversammlungen einzuziehen. Das sind die wichtigsten Ergebnis der Bezirkswahl 2021 in Pankow.

Pankows SPD rutscht ab und landet klar hinter Grünen und Linken

Mit 24,7 Prozent schnitten die Grünen deutlich stärker ab als vor fünf Jahren und legten um 4,1 Prozentpunkte zu. Pankows Linke konnte mit 19,7 Prozent die Verluste in Grenzen halten (minus 1,7 Prozent) und wird zweitstärkste Kraft – deutlich vor der SPD mit Spitzenkandidatin Rona Tietje. Sie kommt lediglich auf 17,1 Prozent (minus 3 Prozent). So könnten sich die Pankower Sozialdemokraten in einem neuen grün-rot-roten Bündnis nur als Juniorpartner einreihen.

„Ich freue mich, dass die Wählerinnen und Wähler sich in Pankow so deutlich für grün entschieden haben und damit für ein grünes Bezirksamt. Das ist ein klarer Auftrag an die Bezirkspolitik für umfassenden Klimaschutz, die Umsetzung der Verkehrswende und zugleich eine soziale Politik“, feierte Cordelia Koch von den Grünen am Montag ihren Erfolg. Die Verkehrsprobleme im Norden Pankows zu lösen und effektiven Schutz für Erholungs- und Naturschutzgebiete zu bieten, das stehe auf ihrer Agenda, sagte die Bürgermeisterkandidatin. Man wolle diese Ziele am liebsten mit den bewährten Partnern verfolgen und dazu in den nächsten Tagen Gespräche führen.

Konstant auf dem vierten Platz bewegt sich die CDU mit 12,4 Prozent (minus 0,4 Prozent). Sie liegt nun aber wieder klar vor der AfD, die besonders starke Verluste einfuhr und auf 7,8 Prozent kommt (minus 5,5 Prozent). Neben den Grünen kann die FDP die stärksten Zugewinne verzeichnen. Sie erzielt 5,8 Prozent (plus 1,9 Prozent) und kann damit in der neuen BVV eine Fraktion stellen.

Klaus Lederer unterliegt Grünen-Kandidatin in Pankow

Die spektakulärste Entwicklung bei den Direktmandaten für das Berliner Abgeordnetenhaus: Im Wahlkreis Pankow 3 unterlag Linken-Spitzenkandidat Klaus Lederer knapp der Grünen-Kandidatin Oda Hassepaß. Mit 23,8 Prozent lag sie gegenüber Lederer um 0,1 Prozent vorn. Die Grünen sicherten sich insgesamt fünf Direktmandate für das Abgeordnetenhaus, wobei sie vor allem in Prenzlauer Berg dominieren. Andreas Otto sicherte sich mit 41,3 Prozent im Wahlkreis 6 im Kiez am Jahn-Sportpark und der Schönhauser Allee eines der besten Ergebnisse der Grünen-Kandidaten überhaupt.

Nur den Südosten des Ortsteils gewann der SPD-Kandidat Tino Schopf. Zwei weitere Direktmandate gab es für die SPD im Wahlkreis 2, zu dem Niederschönhausen und Wilhelmsruh gehören, und im Wahlkreis 5 mit Weißensee und Blankenburg, wo der SPD-Kreischef Dennis Buchner den CDU-Kandidaten Dirk Stettner Schlug. Ganz im Norden Pankows holte hingegen Johannes Kraft für die CDU den Wahlkreis 1 mit Karow und Buch.

Auch im Bundestagswahlkreis gewinnt der Pankower Grünen-Kandidat

Auch auf Bundestagsebene verschiebt sich das Kräfteverhältnis in Pankow zugunsten der Grünen. Den Wahlkreis 76 gewann Grünen-Kandidat Stefan Gelbhaar mit 25,5 Prozent der Erststimmen deutlich vor Klaus Mindrup von der SPD, der auf 21,5 Prozent kam und Udo Wolf, der für die Linke 16,2 Prozent Einfuhr und nicht an den Erfolg seines Vorgängers Stefan Liebig anknüpfen konnte. Chancenlos blieb Manuela Anders-Granitzki von der CDU (12,7 Prozent). Bei den Zweitstimmen für den Bundestagswahlkreis lagen die Grünen mit 26,4 Prozent ebenfalls deutlich vor SPD (22 Prozent) und Linke (13,8 Prozent).

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