Corona-Pandemie

Corona-Impfzentrum im Pankower Velodrom eröffnet

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Zurückhaltung beim Impfen mit Astrazeneca

Zurückhaltung beim Impfen mit Astrazeneca

In Deutschland haben die Impfungen mit dem britischen Vakzin des Anbieters AstraZeneca begonnen. Doch momentan breitet sich Skepsis aus, da der Impfstoff anscheinend stärkere Nebenwirkungen hat, als vorher angenommen. In Niedersachsen melden sich 50% des geimpften Personals nach der ersten Impfung krank. Im Saarland kommt gut die Hälfte aller angemeldeten gar nicht erst zum Impftermin.

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Die Radsport-Anlage an der Landsberger Allee ist das fünfte Berliner Impfzentrum. Im Velodrom wird das Moderna-Vakzin verabreicht.

Berlin.  Wo in gewöhnlichen Zeiten Radsportler ihre Runden drehen, startet das neueste Berliner Impfzentrum: Im Velodrom an der Landsberger Allee im Südosten des Bezirks Pankow werden geladene Besucher ab sofort das Corona-Vakzin des amerikanischen Herstellers Moderna verabreicht bekommen. Zunächst ist die Einrichtung der Johanniter Unfallhilfe täglich von 9 bis 14 Uhr geöffnet – zur Eröffnung wird die Kapazität laut Leiterin Andrea Ferber bei etwa 125 Besuchern am Tag liegen. Mehr gibt die aktuelle Versorgung mit Impfstoffen noch nicht her.

Einer der ersten Besucher am Eingang im Untergeschoss der Sportanlage: Gert Westphal aus Lichtenberg (83). Ohne Probleme sei die Anmeldung gelungen, sagt seine Frau Heidi. „Ein Anruf – und es war alles klar“, lobt sie die unkomplizierte Vorbereitung. Ob er zufrieden sei, den hoch wirksamen Moderna-Impfstoff zu bekommen? „Wir werden sehen“, meint Westphal, stülpt sich den Mundschutz über und tritt ein.

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Corona in Berlin: Kalayci - Alle Berliner unter 65 Jahren bekommen Astrazeneca-Impfstoff

Die Wahlmöglichkeiten beim Impfstoff sind laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) ohnehin begrenzt. Sie nutzt die Eröffnung des fünften Impfzentrums, um klarzustellen, dass alle Berliner unter 65 Jahren den Astrazeneca-Impfstoff erhalten werden – der zuletzt wegen einer etwas geringeren Wirksamkeit von 70 Prozent und Meldungen über Nebenwirkungen in die Kritik geriet. Völlig zu unrecht, wie Kalyci betont. „Es gibt klare Vorgaben der ständigen Impfkommission, an die wir uns halten werden. Berlin hält sich an die Regeln“, versichert die Senatorin beim ersten Rundgang im Velodrom.

Den Vorgaben zufolge können sich ab kommender Woche alle über 70-Jährigen zwischen den mRNA-Impfstoffen von Biontech-Pfizer oder Moderna entscheiden. Alle anderen Impfberechtigten bekommen automatisch den Vektorimpfstoff von Astrazeneca vorgeschrieben, den es derzeit nur im Impfzentrum Tegel gibt.

Das neue Zentrum im Pankower Velodrom fällt mit den Impfkabinen und Wartestühlen im Innenfeld der Radrennbahn optisch auf. Anita Schulz aus Lichtenberg (83) erhält als eine der ersten ihren Moderna-Piks. Ob sie auch den Astrazeneca-Impfstoff genommen hätte? „Ja, ich habe Vertrauen“, entgegnet die Seniorin. Den Stich habe sie überhaupt nicht gemerkt.

2200 Menschen können im Velodrom täglich geimpft werden

Startklar war das Impfzentrum in Prenzlauer Berg nach mehreren Testläufen bereits im Januar. 300 Menschen nahmen dabei in verschiedenen Rollen teil. Vom Säugling bis zum Hochbetagten sollen hier alle Impflinge schnell und sicher an ihre Spritzen kommen. Bis zu 130 Mitarbeiter pro Schicht regeln die nötigen Schritte vom Empfang bis zur Nachbereitung. Mit 38 einzelnen Kabinen könnten sich bestenfalls 2200 Menschen pro Tag gegen das Coronavirus immunisieren lassen.

Das fünfte von sechs Impfzentren besticht durch seine besonders günstige Lage. Direkt am S-Bahnhof Landsberger Allee gelegen, ist es an die Ringbahn angebunden, wird außerdem von drei Straßenbahnlinien angefahren und liegt unmittelbar an der Grenze der drei Bezirke Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg. Zentrums-Leiterin Andrea Ferber will bei den Impfungen Tempo machen und nimmt das sportliche Ambiente als zusätzlichen Ansporn. Sie sagt: „Unser Ziel ist, dass im Velodrom nächstes Jahr wieder ein Sechstagerennen stattfinden kann.“

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