Schädlingsbekämpfung

Rattenplage auf dem Arnimplatz nicht zu stoppen

Kammerjäger hatten in Berlin zuletzt weniger Aufträge. Aber für den Arnimplatz im Südwesten von Pankow gibt es keine Entwarnung.

Ratten fühlen sich vielerorts in Berlin zu Hause – und sind nur schwer zu vertreiben, wie ein Beispiel aus Pankow zeigt (Symbolbild).

Ratten fühlen sich vielerorts in Berlin zu Hause – und sind nur schwer zu vertreiben, wie ein Beispiel aus Pankow zeigt (Symbolbild).

Foto: J. Fieber / picture alliance / blickwinkel/J

Berlin. Rasierklingen oder Reißzwecken im Sandkasten sind nicht das einzige Ärgernis, mit dem sich das Bezirksamt Pankow regelmäßig auseinandersetzen muss. Auf dem Arnimplatz in Prenzlauer Berg ist die Bekämpfung von Ratten zur Daueraufgabe geworden – dort geht es um die Gesundheit von spielenden Kindern und das Eindämmen einer Plage, die sich auch in mehreren Anläufen nicht stoppen ließ. Inzwischen ist der Rattenbefall auch der Senatsgesundheitsverwaltung bekannt. Sie steht im Austausch mit dem Bezirk und beschreibt den Status der Rattenpopulation an dem beliebten Freizeitort so: „Eine Schädlingsbekämpfungsfirma bekämpft diese regelmäßig. Durch die hohe Nutzungsauslastung des Platzes ist eine dauerhafte Bekämpfung geboten. Darüber hinaus informiert der Bezirk die Bürgerinnen und Bürger über die Notwendigkeit, Abfälle ordentlich zu entsorgen.“ So erklärt es Staatssekretär Martin Matz nach einer Anfrage des Pankower Abgeordneten Stephan Lenz (CDU) – der auf ein konsequenteres Vorgehen drängt.

Berliner Grünflächenämter geben Zehntausende Euro für Rattenbekämpfung aus

Ob die Rattenbekämpfung auf dem Arnimplatz oberirdisch mit Hilfe von Fallen oder unterirdisch erfolgen soll, wollen Gesundheitsverwaltung und Bezirksamt allerdings nicht selbst entscheiden. Sie überlassen es einer Fachfirma. Mit Ausnahme von Marzahn-Hellersdorf vertrauen alle Berliner Bezirke bei der Schädlingsbekämpfung in Parks und Grünanlagen auf so genannte „Drittanbieter“, wie sich aus der Anfrage von Lenz ergibt. Dabei investieren sie jährlich Summen zwischen 7000 (Steglitz-Zehlendorf) und 35.000 Euro (Mitte) – wobei Pankow als einziger Bezirk keine Angaben zur Summe macht und die Rechnung aus dem Unterhalt für Grünflächen bezahlt.

Wie stark die Probleme mit Rattenbefall in den Bezirken ausfallen, kann die Gesundheitsverwaltung zwar nicht in Zahlen darstellen. Fest steht aber, dass die Einsätze von Spezialfirmen zuletzt eher rückläufig waren. „Auf Grundlage der von den Bezirken übermittelten Daten an das Lageso konnte im Jahre 2019 ein Rückgang der durchgeführten Bekämpfungsmaßnahmen im Vergleich zum Vorjahr festgestellt werden“, teilt Staatssekretär Matz mit. Ob das nach Jahren zunehmender Fälle eine Trendumkehr bedeutet, lässt er offen. Für die Rattenplage auf dem Arnimplatz gibt es jedenfalls keine Entwarnung.