Sommerbaustelle

Die B2 in Pankow wird saniert – und dann zur A114-Umfahrung

Zehntausende Fahrzeuge kommen über die Dorfstraße am Pankower Stadtrand täglich nach Berlin. Nun wird die marode B2 neu asphaltiert.

Die B2 am Rand von Pankow ächzt unter der Last des Verkehrs – nun wird sie für eine große Aufgabe saniert.

Die B2 am Rand von Pankow ächzt unter der Last des Verkehrs – nun wird sie für eine große Aufgabe saniert.

Foto: Thomas Schubert / Vertragsfotografen (HA und BM)

Berlin. Wer an eine Dorfstraße denkt, noch dazu in einem Ort, der sich Stadtrandsiedlung Malchow nennt, erwartet ein beschauliches Verkehrsaufkommen. Doch in diesem Fall ist das trügerisch. Denn bei der Dorfstraße am Rand von Pankow handelt es sich um die Bundesstraße 2 – und um eine der wichtigsten Achsen für Pendler zwischen Berlin und dem nördlichen Umland. Ein übler Straßenzustand und notorisch lange Staus künden seit Jahren von der ständigen Überlastung. Zum Start der Sommerferien wird der Stresspegel noch einmal deutlich steigen: Dann lässt die Senatsverwaltung für Verkehr die holprigen Fahrbahnen neu asphaltieren. Die Staus durch Sperrungen auf der B2 sind dann wiederum nur ein Vorgeschmack auf ein noch größeres Projekt, bei dem die Dorfstraße eine zentrale Rolle spielt.

„Die Dorfstraße wird ab Oktober bei der Sperrung der Autobahn A114 als Umfahrung gebraucht“, erklärte Pankows Verkehrsstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) nun im Rahmen eines Berichts. „Dann geht es dort richtig los.“ Gemeint ist die auf vier Jahre angesetzte Erneuerung des sogenannten Pankow-Zubringers A114, die also ab Herbst in die heiße Phase eintritt. In den vergangenen Monaten blieb es bei vorübergehenden Sperrungen an Wochenenden im Rahmen von Brückenarbeiten entlang der rund sieben Kilometer langen Autobahntrasse, die täglich rund 40.000 Autofahrer vom Nordrand Berlins Richtung Alexanderplatz leitet.

B2 in Pankow: Erst kommen die Wasserbetriebe, dann die Straßenbauer

Einen erheblichen Teil dieser Fahrten muss im Falle einer dauerhaften Sperrung die sanierte B2 in der Stadtrandsiedlung Malchow übernehmen. Eine Strecke, die schon unter normalen Bedingungen etwa 25.000 Fahrzeuge zwischen Berliner Autobahnring, Weißensee und dem östliche Berliner Stadtzentrum aufnimmt. Ihre Sanierung bekommt nach einer längeren Verzögerung nun eine besondere Dringlichkeit.

Für Klärungsbedarf sorgte hier in den vergangenen Monaten die Abstimmung mehrerer Bauphasen an der Oberfläche und im Untergrund. Denn bevor die Asphaltierung beginnt, verlegen die Berliner Wasserbetriebe unter der B2 neue Trinkwasserleitungen und erstmals auch eine Regenwasserkanalisation. Sie mündet künftig in den Fließgraben an der Ortnitstraße, wo außerdem ein Regenrückhaltebecken in Betrieb geht. Es dient dazu, das einlaufende Regenwasser zuerst von Schwebstoffen zu reinigen, bevor es in den Fließgraben gelangt.

Wenn die Senatsverkehrsverwaltung die B2 in der Stadtrandsiedlung schon anfasst, dann erhalten die Anwohner gleichzeitig neue Radwege, Bürgersteige, Bushaltestellen und Laternen. Vielleicht eine tröstliche Aussicht für die größte Baustelle in dem Gebiet seit Jahrzehnten.