So sauber wie in Singapur sollte es hier zugehen. Eine leichte Verbesserung der Reinlichkeit unter dem Viadukt der U-Bahnlinie 2 zu geloben, das war Pankows Ordnungsstadtrat Daniel Krüger (parteilos, für AfD) beim Kampagnenstart im vergangenen Herbst nicht genug. Singapur in einer der schmutzigsten Ecken von Prenzlauer Berg simulieren, das war das erklärte Ziel. Der Vergleich mit einer der saubersten Metropolen der Welt weckte höchste Erwartungen und brachte der Reinigungsaktion unter dem sogenannten „Magistratsschirm“ ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit. Bezahlt wurde der Schwerpunkt-Putzeinsatz gemeinsam mit BSR und BVG aus dem Senatsfördertopf „Saubere Stadt“.

Knapp ein Jahr nach Ausrufung der Aktion zeigt sich: Der Effekt ist völlig verpufft. Taubenkot, weggeworfene Verpackungen und beißender Uringeruch verleiden Passanten den Aufenthalt zwischen den Pfeilern des Bahnbauwerks und vertreiben sie auf die Bürgersteige auf beiden Seiten der Schönhauser Allee. Es gibt nur zwei Gründe, um sich unter dem Magistratsschirm, der vor wenigen Jahren für immerhin 40 Millionen Euro saniert wurde, aufzuhalten: Entweder nutzt man den Bereich als Mittelinsel beim Überqueren der Straße oder man schließt hier an einem der hiesigen Ständer sein Fahrrad an, weil alle anderen Bügel an der Allee schon belegt sind.