Kinder statt Hunde

Hundehalter demonstrieren gegen Verbannung aus Leise-Park

Pankow bekräftigt das Hundeverbot auf dem ehemaligen Friedhof in Prenzlauer Berg. Denn hier gelten Spielplatz-Regeln.

Ein Platz für Kinder und Hunde: Die Initiative "Hunde in den Park" schlägt vor, dass der Leise-Park zeitlich versetzt als Spielplatz und Hundeauslaufgebiet genutzt werden soll.

Ein Platz für Kinder und Hunde: Die Initiative "Hunde in den Park" schlägt vor, dass der Leise-Park zeitlich versetzt als Spielplatz und Hundeauslaufgebiet genutzt werden soll.

Foto: Initiative Hunde in den Park / Privat

Einer der ungewöhnlichsten Parks Berlins steckt in der Sinnkrise. Obwohl es sich beim früheren Friedhof seit einer Umwidmung 2012 um eine offiziell Grünanlage handelt, müssen Hunde dem Leise-Park immer noch fern bleiben. Mit einem großen Verbotsschild stellt das Bezirksamt Pankow diese Entscheidung unmissverständlich zur Schau. Weil dieses Gebiet offiziell als „naturnaher Spielplatz“ ausgewiesen wurde, ist selbst das Gassigehen mit angeleinten Hunden Tabu – zum Schutz der spielenden Kinder.

Gegen diese Auslegung von Regeln wehrt sich aber eine Initiative aus Zwei- und Vierbeinern mit einer Protestkampagne. Unter dem Motto „Hunde in den Leise-Park“ hat die Gruppe nun sogar für ein Recht auf Auslauf demonstriert. „Das übergroße Verbotsschild ist ein neuer Höhepunkt der Ausgrenzung von Hundehaltern und Hundehalterinnen mit ihren Vierbeinern im Berliner Kiez“, teilte eine Sprecherin der Initiative mit.

Hunde und Kinder sollen den Park zu verschiedenen Zeiten besuchen

Auch jenseits des Leise-Parks sei die Situation für die Tiere in Pankow prekär – denn auf 10.000 Hunde im Bezirk kommen nur zwei offizielle Hundeauslaufgebiete: eines am Mauerpark, das andere in den Arkenbergen. Um eine Lösung für Kinder und Hunde zu finden, schlägt die Initiative einen Kompromiss vor: „Wenn Flächen begrenzt sind, dann lasst uns Plätze schaffen durch Zeitmodelle. Hunde früh und abends, Kinder am Tag. Atmende Regeln für neue Räume“, gibt sie in einem Rundschreiben kund. Die Verbannung empfindet man als ungerecht und willkürlich. „Öffentliche Plätze müssen für alle da sein. Wir brauchen keine Ordnungsamtsmitarbeiter, die altes Recht behüten, sondern Parkmanager, die das Miteinander pflegen“, sagen die Hundefreunde.

Tatsächlich sind in Pankow inzwischen fünf Parkmanager im Einsatz – sie regeln das Miteinander bisher aber nur im Mauerpark, Bürgerpark und künftig auch im Park am Weißen See. Ob eine zeitliche Aufteilung der Nutzung im Leise-Park Sinn macht? Ordnungsstadtrat Daniel Krüger (parteilos, für AfD) zeigt Verständnis für die Hundeinitiative, hält eine einfache Lösung aber für unwahrscheinlich.

Verstärkte Kontrollen des Ordnungsamts wegen Anwohnerbeschwerden

„Da der Leise-Park als Spielplatz deklariert ist, gelten hier die selben Regeln wie auf anderen Spielplätzen des Bezirks beziehungsweise unserer Stadt“, verweist er auf den wesentlichen Punkt. „Das Ordnungsamt hat aufgrund vermehrter Beschwerden aus der Bevölkerung, wonach zunehmend das Hundeverbot missachtet wurde, die Kontrolldichte erhöht“, erklärt er die häufigen Besuche seiner Behörde vor Ort. Aufgrund der Unterversorgung mit Spielplatzflächen im Bötzowkiez sei eine Änderung der Regeln kaum erwartbar, meint Krüger.

Das letzte Wort hat aber das Straßen- und Grünflächenamt – hier ist das Zeitmodell für den Leise-Park derzeit noch in Prüfung.