Weltraum

Auf Tuchfühlung mit Alexander Gerst im Zeiss-Großplanetarium

Das Zeiss-Großplanetarium erinnert an die Mondlandung im Juli 1969. Gast ist Alexander Gerst, der zwei Mal zur ISS flog.

Der Astronaut Alexander Gerst – hier in einem Planetarium – wird Stargast des Mondfestes sein.

Der Astronaut Alexander Gerst – hier in einem Planetarium – wird Stargast des Mondfestes sein.

Foto: klaus Görgen / dpa

Ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit – so beschrieb es US-Astronaut Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat. Das war vor 50 Jahren während der Apollo-11-Mission. Das Zeiss-Großplanetarium in Prenzlauer Berg widmet sich diesem historischen Ereignis. Es lädt am kommenden Sonnabend, 20. Juli 2019, zur „Mission Mondfest“ ein. Prominenter Gast der Veranstaltung ist Alexander Gerst.

Vortrag von Gerst wird live im Internet gestreamt

Der Astronaut werde um 17 Uhr einen Vortrag halten, kündigte der Direktor des Planetariums, Tim Florian Horn, an. „Diesen Vortrag werden wir live ins Internet streamen.“ Auch in 14 anderen deutschen Planetarien, darunter in Bochum und Münster, soll er zu sehen sein.

Alexander Gerst nahm für die Europäische Weltraumorganisation ESA 2014 und 2018 an Flügen zur Internationalen Raumstation (ISS) teil und verbrachte jeweils mehrere Monate im All. Im Anschluss an seinen Vortrag wird im Planetarium live der Start der Rakete Sojus MS-13 im russischen Baikonur übertragen. Sie hat den italienischen Astronauten Luca Parmitano an Bord und fliegt zur ISS. Alexander Gerst kommentiert das Geschehen.

Auf dem Programm der „Mission Mondfest“ am Sonnabend steht auch die Dokumentation „Die Apollo Story – Capcom Go!“ Sie erzählt die Geschichte der US-Mondmissionen und wurde von der Firma NSC Creativ aus Leicester in Großbritannien hergestellt. Bilder des historischen Landung und der ersten Schritte von Neil Armstrong auf dem Mond sind zu sehen. Fast 400.000 Menschen hätten mehr als zehn Jahre auf dieses Ziel hingearbeitet, heißt es im Film. In der Dokumentation ist auch ein Mondauto im Einsatz zu sehen. Bei der Mission Apollo 16 sei mit dem Fahrzeug ein Geschwindigkeitsrekord von 22 Kilometern pro Stunde aufgestellt worden, so Jürgen Rienow von der Stiftung Planetarium Berlin.

Simulierte Mars-Station in einer Kuppel auf einem Vulkan auf Hawaii

Als Gast des Mondfestes wird auch die Physikerin Christiane Heinicke erwartet, die einen Vortrag hält. Sie war 2015 und 2016 als einzige Deutsche an einem Nasa-Projekt beteiligt, das das Leben auf dem Mars simuliert. Die Teilnehmer lebten ein Jahr lang auf einer simulierten Mars-Station in einer Kuppel auf einem Vulkan auf Hawaii. Um Mondgänse geht es im Vortrag der Künstlerin Agnes Meyer-Brandis, die sich seit Jahren mit Schwerelosigkeit beschäftigt.

Das Mondfest lädt die jüngeren Gäste am Nachmittag zu Aktionen im umgebenden Ernst-Thälmann-Park ein. Sie können Wasserraketen bauen und starten lasse. Mit unterschiedlich großen Bällen wird die Entfernung zwischen Erde und Mond veranschaulicht. Die Strecke ist rund 382.000 Kilometer lang. Ein Gravitationstrichter zeigt, wie die Schwerkraft wirkt. Um 23 Uhr werden Filme auf die Kuppel des Planetariums projiziert. Die Besucher sind eingeladen, sich Decken und Picknickkörbe mitzubringen und die Videos „Reise zum Mond“, „Voyagers!“, und „Space Impressions“ von der Wiese aus anzuschauen.

Die Karten für den Vortrag von Alexander Gerst im Planetariumssaal, der 307 Plätze hat, werden zwischen 14 und 16 Uhr verlost. „Wir wollen die Tuchfühlung mit den Astronauten nicht verlieren“, sagte Tim Florian Horn am Dienstag bei der Vorstellung des Mondfestes.

Zeiss-Großplanetarium, Prenzlauer Allee 80, Prenzlauer Berg, 20. Juli, 14-01 Uhr, Eintritt frei, www.planetarium.berlin, Tel. 030 421 84 50.