Panketrail

40 Varianten für 30 Kilometer Radschnellweg durch Berlin

Der Senat ermittelt die beste Variante für eine bis zu 30 Kilometer lange Fahrrad-Trasse durch Pankow und Mitte.

Teilnehmer der Informationveranstaltung wunderten sich, dass der Panketrail den Ortsteil Buch auslässt und erst in Karow beginnt.

Teilnehmer der Informationveranstaltung wunderten sich, dass der Panketrail den Ortsteil Buch auslässt und erst in Karow beginnt.

Foto: Thomas Schubert

Er gilt als eines der wichtigsten Verkehrsinfrastrukturprojekte im Nordosten Berlins – nun gibt es für den Radschnellweg Panketrail in Pankow erste Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie. Laut der bisherigen Untersuchung der Planer des Büros Vössing & Lindschulte, die am Freitagabend vorgestellt wurden, stehen für das weitere Verfahren insgesamt 40 Varianten zur Wahl.

Die erste Überraschung: Entgegen frühere Ankündigungen soll der Panketrail nicht mehr in Buch, dem nördlichsten Ortsteil Berlins starten, sondern erst am S-Bahnhof Karow. Dann führt der Korridor der untersuchten Trassen entlang der Strecke der S-Bahnlinie 2 nach Südosten, um sich in Höhe des Bahnhofs Pankow zu gabeln. Von hier aus geht ein Streckenzweig nach Südwesten über Gesundbrunnen zum Nordbahnhof im Bezirk Mitte, der andere Zweig weist direkt nach Süden durch Prenzlauer Berg und endet am Rosa-Luxemburg-Platz.

Weshalb der vier Meter breite und bis zu 30 Kilometer lange Schnellweg Buch auslässt, dafür konnte die Senatsverwaltung für Verkehr am Freitag auf mehrfache Nachfrage aus dem Publikum keine Erklärung liefern. „Ich wünsche mir, dass der Weg nach Buch führt“, verlangte Verkehrsstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) vom Senat mit Blick auf die Entwicklung im Norden von Pankow. In Buch seien immerhin rund 5000 Wohnungen in Planung, in Karow 3000 Wohneinheiten.

Konkrete Trasse wird erst ermittelt

Horst Wohlfahrt von Alm, der bei der Präsentation die Senatsverwaltung für Verkehr vertrat, betonte, dass es sich bei der Machbarkeitsstudie nur um eine Vorstufe zum Planungsverfahren handelt. Darin solle die konkrete Trasse ermittelt werden.

Im Publikum wurde auch die Befürchtung laut, der Panketrail werde durch die Erholungsanlage Blankenburg führen, die bereits durch das Wohnungsbauprojekt Blankenburger Süden mit 6000 Wohnungen beeinträchtigt werden könnte. Durch den Panketrail könnten weitere Teile der Siedlung gefährdet sein, befürchtete ein Mann. „Enteignung von Grundstücken nicht vorgesehen. Das ist das allerletzte Mittel“, versicherte Wohlfahrt von Alm.

Strecke soll nicht den kürzesten Weg nehmen

Philipp Nahr vom Büro Vössing & Lindschulte sagte, Erkenntnisse aus der Dialogveranstaltung am Freitag sollen in den nächsten Wochen in die Auswahl der günstigsten Varianten einfließen. Es gehe nicht darum, den kürzesten Weg zu ermitteln, sondern einen, der aus Radfahrersicht wichtige Punkte verbindet.

Laut der Gesellschaft Infravelo, die in Berlin für die Planung von Radwegen zuständig ist, soll die Machbarkeitsstudie zum Panketrail im Sommer beendet sein. Dann wird sich die Zahl von 40 möglichen Trassen so weit verringert haben, dass eine Vorzugsvariante feststeht.

Der Bau könne ab Ende 2021 beginnen, hieß es in einer ersten Prognose. Je nach Strecke und Situation liege die Bauzeit zwischen zehn Monaten und mehreren Jahren.

Im übrigen ist die Bezeichnung Panketrail nur ein Arbeitstitel und nicht der endgültige Name. Andere Vorschläge sind den Planern immer noch willkommen.