Güterbahnhof

Grüne wollen Wohnungsbau am Thälmann-Park durchsetzen

Investor Christian Gérôme wird ein Wohnungsbauprojekt am Bahnhof Greifswalder Straße verwehrt. Nun findet er Unterstützer.

Östlich der DDR-Siedlung am Thälmann-Park sieht Gérôme Platz für weitere Hochhäuser und flachere Bauten.

Östlich der DDR-Siedlung am Thälmann-Park sieht Gérôme Platz für weitere Hochhäuser und flachere Bauten.

Foto: Thomas Schubert

Berlin.  Verträgt die Brache des Güterbahnhofs Greifswalder Straße neue Wohnungen oder bleibt es beim Bau einer Schule? In dem acht Jahre alten Grundsatzstreit ist nach einem Bericht der Berliner Morgenpost wieder Bewegung gekommen.

Grundstückseigentümer Christian Gérôme hatte eine Schadensersatzforderung in zweistelliger Millionenhöhe angekündigt für den Fall, dass es weiterhin bei der Blockade des Bezirksamts Pankow gegen sein Bauprojekts bleibt. Es sieht vor, die Freiflächen zwischen Thälmann-Park und S-Bahnhof Greifswalder Straße zur Errichtung von 400 bis 600 Wohnungen zu nutzen. Dabei soll der historische Gebäudekomplex der Güterrampe als Veranstaltungsort unter dem Namen „Von Greifswald“ erhalten bleiben, verspricht Gérôme.

Grüne halten ökologisches Bauen für möglich

Jetzt greift die Grünen-Fraktion in der Pankower Bezirksverordnetenversammlung die Entscheidung des Bezirksamts an, den Standort als „grünes Band“ zu sichern und lediglich ein neues Schulgebäude zuzulassen. Letzteres möchte das Stadtplanungsamt, wie berichtet, mit einem neuen Bebauungsplan festsetzen – bis dahin wird Gérômes Bauantrag ein Jahr lang zurückgestellt.

„Berlin braucht dringend Wohnraum. Das Gelände ist groß genug für Schule, Grünzug und Wohnungen“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzende Cordelia Koch. Gerade dieser Standort sei gut geeignet für „flächensparendes und ökologisches Bauen, wie wir es anstreben. Das Quartier ist innenstadtnah und bestens an den ÖPNV angeschlossen.“ Warum der Bezirk jeden Wohnungsbau ausschließen wolle, sei unverständlich.

Linke stellt sich gegen Pläne für Wohnungsbau

Noch können die Bezirksverordneten auf das Verfahren Einfluss nehmen. Da der neue Bebauungsplan noch nicht festgesetzt wurde, ist die Debatte zum Wohnungsbau formell weiterhin möglich. Vor allem die Linksfraktion, die stärkste Kraft in der Pankower BVV, hatte sich bislang gegen Gérôme Pläne gestellt.