Rechtsextremismus

Schlammschlacht in der AfD mit kuriosem Ausgang

AfD-Fraktionschef Wirtensohn wollte einen vermeintlich rechtsextremen Bürgerdeputierten loswerden - geriet aber selbst ins Kreuzfeuer.

Das Logo der Alternative für Deutschland (AfD) (Symbolbild)

Das Logo der Alternative für Deutschland (AfD) (Symbolbild)

Foto: Markus Scholz / dpa

Berlin. Ein Foto des Pankower AfD-Fraktionschefs Stephan Wirtensohn mit Maschinengewehr im Anschlag, ein Bürgerdeputierter der AfD, dem von seinen eigenen Leuten eine rechtsradikale Gesinnung vorgehalten wird – das sind die Zutaten für einen Eklat, der sich am Mittwochabend in der Pankower Bezirksverordnetenversammlung entlud.

Auf der Tagesordnung einer Sondersitzung stand die Abberufung von Andreas Geithe, der als Bürgerdeputierter für die AfD im Ausschuss für Wirtschaft und Soziales sitzt. Antragsteller war seine eigene Fraktion, die ihm unter anderem zur Last legt, in der Vergangenheit der „Nationalen Front“, einer rechtsextremen Organisation, angehört zu haben. Die Gegner im eigenen Lager legen dem AfD-Mann Geithe außerdem zur Last, bei Twitter eine verfängliche Nachricht geschickt zu haben. Der Wortlaut: „Wir sollten eine SA gründen und aufräumen.“

Andreas Geithe weist die Vorwürfe zurück

Geithe bestreitet die Urheberschaft des Tweets und die Vorwürfe, eine rechte Gesinnung zu haben, vehement. Und präsentierte kürzlich seinerseits über soziale Netzwerke ein Bild, das Fraktionschef Wirtensohn mit einem Gewehr zeigt, versehen mit der Aufschrift „Antifa-Neutralisierer.“ Wirtensohn wiederum sagte dem Kiezblog „Prenzelberger Stimme“, er habe mit der Bildnachricht nur Geithes Gesinnung prüfen wollen.

AfD wird in der Sitzung vorgeführt

Und der Abberufungsantrag gegen den Bürgerdeputierten Geithe? Der endete am Mittwoch kurios. Erst stimmte eine Mehrheit der Bezirksverordneten gegen einen Antrag der AfD, die Zuschauer der Sitzung vor dem entscheidenden Tagesordnungspunkt aus dem Saal zu schicken. Dann sorgten die Fraktionen dafür, dass der Abwahlantrag gegen Geithe scheitert. Statt der nötigen Zweidrittelmehrheit von 37 Stimmen zählte der Vorsteher Michael van der Meer (Linke) nur elf Ja-Stimmen für die Abberufung Geithes. So muss die AfD ihren unliebsamen Bürgerdeputierten behalten und wurde bei der Sitzung im Beisein aller Zuschauer vorgeführt.