Vorerst kein Wiederaufbau

Jugendclub „Klothilde“ bleibt heimatlos

Zwei Jahre nach der Schließung hat der Träger noch immer keine neue Bleibe in Sicht. Der Club droht zu zerfallen.

In Niederschönhausen fehlt es an Platz für die Jugend. Ohne ihren Club müssen Kinder nun auf Spielplätze frieren.

In Niederschönhausen fehlt es an Platz für die Jugend. Ohne ihren Club müssen Kinder nun auf Spielplätze frieren.

Foto: Thomas Schubert / BM

Berlin.  Es war einmal ein Jugendclub, der dem Nachwuchs in Niederschönhausen zu einer warmen Mahlzeit und spaßigen Stunden nach Schulschluss verhalf. Sein Name war „Klothilde.“ Heute müssen die 20 verbliebenen Jugendlichen frieren, wenn sie sich im Freien treffen. Denn der Pankower Ortsteil hat den Club eingebüßt. Und der Abbau der Räume, die sich in mehreren Containern auf dem Boden eines früheren Schulgartens an der Ecke Klothilde- und Rolandstraße befanden, war mit dem Bezirksamt verabredet.

Allerdings war auch der Wiederaufbau der Container an anderer Stelle beschlossene Sache, erinnert Dirk Lashlee, Koordinator beim verantwortlichen Träger Outreach. „Klothilde“ musste weichen, um einem modularen Erweiterungsbau der Konrad-Duden-Oberschule Platz zu machen. „Unsere Jungs haben sogar mitangepackt und beim Abbau geholfen“, berichtet Lashlee. „Denn es hieß ja, dass wir nach den Bauarbeiten eine Teilfläche zurückbekommen, wo wir die Container wieder hinstellen können.“ Doch die Restfläche neben dem Schulbau erwies sich als zu klein.

Angelegenheit beschäftigt etliche Abteilungen des Bezirksamts

Diese Erkenntnis ist nun mehr als zwei Jahre alt. Und einen Zeitpunkt zum Wiederaufbau der Clubunterkunft an anderer Stelle kann das Bezirksamt Outreach immer noch nicht nennen, obwohl drei Stadträte mit der Suche nach einer neuen Heimat betraut sind. Seit Monaten beschäftigt die Angelegenheit etliche Abteilungen des Bezirksamts. Wegen dieses Durcheinanders der Zuständigkeiten und vor allem wegen der schieren Platznot im Bezirk bleibt das Schicksal der beliebten Einrichtung auch Anfang 2019 ungeklärt.

Und die Bezirksverordneten schicken sich an, ein weiteres Mal an, die Rückkehr von „Klothilde“ in den Ausschüssen zu beraten. Zum Ende des vergangenen Jahres herrschte Einigkeit, als die Bezirksverordneten einem Antrag der Grünen-Fraktion zustimmten, wonach der Bezirk erneut aufgefordert wird, schnellstmöglich Abhilfe schaffen. In einem ersten Schritt solle das Bezirksamt prüfen, die alten Container von „Klothilde“ zumindest während der Wintermonate über auf einem Spielplatz an der Lindenberger Straße zu platzieren. „In dieser Region von Pankow gibt es ansonsten kaum Freizeitangebote. Da ist eine Wüste“, sagt Grünen-Politiker Karsten Gloger.

Dirk Lashlee warnt davor, dass die Jugendlichen, die sich früher bei „Klo-thilde“ am Kickertisch oder an der Küchenanrichte trafen, resignieren. In Ermangelung einer festen Bleibe drohe der Club nun völlig zu verfallen. Und so hofft Lashlee im Namen von Outreach auf eine schnelle Entscheidung und ruft das Problem noch einmal in Erinnerung: „Wir haben weder eine Fläche, noch Container. Wir haben nichts.“