A 114

Der Pankow-Zubringer bekommt eine neue Brücke

Am Sonnabend wurden die ersten Teile montiert. Die A 114 ist für die Arbeiten bis Montag früh gesperrt.

Ein Kran fügt ein neues Brückenteil für die Außenringbrücke auf der A 114 ein.

Ein Kran fügt ein neues Brückenteil für die Außenringbrücke auf der A 114 ein.

Foto: Paul Zinken / ZB

Berlin. Die befürchteten Staus sind am Sonnabend ausgeblieben. Trotz der seit Freitagabend geltenden Sperrung der Autobahn 114 zwischen der Anschlussstelle Schönerlinder Straße und dem Dreieck Pankow kam es auf den Umleitungen zu keinen längeren Wartezeiten. Auch die Verkehrsinformationszentrale Berlin zeigte für das Gebiet freie Fahrt an. Grund für die Sperrung: Die Außenringbrücke auf dem Pankow-Zubringer wird durch einen Neubau ersetzt. Die 1974 errichtet Brücke habe „ihre Lebensdauer erreicht“, heißt es von der verantwortlichen Bundesbaugesellschaft Deges, ein Neubau sei daher notwendig. Dieser wird außerdem mit zusätzlichen Standstreifen versehen.

Schon im Sommer waren Teile der alten Brücke abgerissen worden. Auch die Stützpfeiler wurden bereits ausgetauscht. Nachdem seit Freitagabend die Vorbereitungen liefen, folgte am Sonnabend nun die Montage der ersten Teile der neuen Brücke. Weil dafür Kräne und Schwertransporter notwendig sind, die viel Platz brauchen, sei laut Deges eine Sperrung der A 114 in dem Abschnitt unvermeidbar gewesen.

Die Arbeiten, sagte Deges-Projektleiter Bernd Urbank, seien komplex und technisch herausfordernd. Zehn Brückenteile, jedes etwa 25 Meter lang und 33 Tonnen schwer, müssen von entsprechend großen Kränen hochgehoben, durch die Luft transportiert und in die richtige Position gebracht werden. „Die Passgenauigkeit ist eine große Herausforderung“, sagte Urbank. Am Ende komme es auf Zentimeter an. Zwar soll die Montage der Brückenteile bereits am Sonnabend abgeschlossen werden. Weil der anschließende Abbau der Kräne dauert und Schutzplanken wieder geschlossen werden müssen, wurde die Sperrung der Autobahn bis Montag, 5 Uhr, angesetzt. Autofahrer müssen bis dahin zur Umfahrung die Bundesstraße 109/Schönerlinder Straße nutzen.

Züge sollen am Sonntagwieder normal fahren

Betroffen von den Arbeiten ist aber nicht nur der Autoverkehr. Auch der gesamte Zugverkehr, der über die Gleise unter der Brücke verläuft, ist für den Montagezeitraum unterbrochen. Betroffen sind die S-Bahn-Linie 8 auf dem Streckenabschnitt von Blankenburg nach Mühlenbeck-Mönchmühle und die Regionalbahn RE 5. Bei den Bahnen soll planmäßig aber bereits im Laufe des Sonntags wieder der normale Verkehr aufgenommen werden.

Die Brückenarbeiten auf das vierte Adventswochenende zu legen, war nach Angaben der Deges unvermeidbar. Ein früherer Termin sei aufgrund des Fahrplanwechsels der Deutschen Bahn nicht möglich gewesen. Der nächstmögliche Termin wäre erst Ende Januar gewesen. „Wir sind mit dem Bauablauf aber schon zu weit, um so lange warten zu können und zu wollen“, erklärte Urbank. Zudem hätte es zu dieser Zeit ein höheres Risiko von Frost und Schnee gegeben, was die Montage behindert hätte.

Wer erst im Verlaufe des Sonntags mit dem Auto in den Weihnachtsurlaub fahren will, könnte derweil Glück haben. „Wir hoffen, dass wir nicht die volle Sperrzeit ausreizen müssen“, sagte der Projektleiter. Es werde seit Freitag im Zwei-Schichten-System rund um die Uhr gearbeitet. Läuft alles gut, könne möglicherweise schon am Sonntagnachmittag die Strecke wieder für den Verkehr freigegeben werden. An der Brücke gehen die Bauarbeiten im Januar nach einer Weihnachtspause weiter. Unter anderem werde dann die Fahrbahnplatte aus Beton hergestellt, Geländer werden aufgestellt und die Anschlüsse an die Autobahn hergestellt.

„Alles liegt im Zeitplan“, betonte Urbank. Im kommenden August wolle man den Verkehr auf die neue Brücke umlegen – bevor anschließend der Abriss und Neubau der Brücke in Fahrtrichtung Berlin beginnt. Insgesamt kosten die Brückenersatzbauten zehn Millionen Euro. Zwei weitere Millionen fließen in begleitende Maßnahmen, wie die notwendig gewordene Anpassung der Oberleitungsanlage der Bahn. Die Kosten werden vom Bund getragen. Ende 2020 sollen die Arbeiten auf dem etwa einen Kilometer langen Bauabschnitt abgeschlossen sein.

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