30-Jährige getötet

Mord an Melanie R. in Pankow: Staatsanwalt erhebt Anklage

Im Mai wurde Melanie R. in einem Pankower Park getötet. Die Staatsanwaltschaft erhebt nun Anklage gegen ihren mutmaßlichen Mörder.

Gegen den mutmaßlichen Mörder von Melanie R. wird Anklage erhoben (Archiv/Collage)

Gegen den mutmaßlichen Mörder von Melanie R. wird Anklage erhoben (Archiv/Collage)

Foto: Charlene Rautenberg/Polizei Berlin

Berlin. Gut fünf Monate nach dem Mord an Melanie R. aus Pankow erhebt die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 38 Jahre alten Stoyan A, wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung.

Dem Bulgaren wird laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, die junge Frau am 25. Mai dieses Jahres von hinten angegriffen zu haben. Stoyan A. soll versucht haben, die 30-Jährige zu vergewaltigen. Als dies misslang, weil sich Melanie R. heftig wehrte, soll sie der dringend Tatverdächtige erstickt haben. Die Leiche der jungen Frau wurde zwei Tage später, am 27. Mai, an der parallel zur Dolomitenstraße in Pankow verlaufenden S-Bahntrasse gefunden. Aufgrund der zu dieser Zeit enormen Hitze mit Temperaturen mit weit über 30 Grad wies der Leichnam deutliche Verwesungsspuren auf.

Stoyan A, der ohne festen Wohnsitz in Berlin lebte, setzte nach der Tat ins Ausland ab. Er wurde am 3. Juli aufgrund eines Europäischen Haftbefehls in Spanien festgenommen und am 16. August nach Deutschland überstellt. Seitdem befindet sich Stoyam A. in Untersuchungshaft. Wann der Prozess gegen Stoyan A. vor einem Schwurgericht beginnt, ist noch offen.

Lange hatte es keine konkreten Hinweise auf den Täter gegeben. Noch Tage nach der Tat durchkämmten Polizeihundertschaften das Gebiet. In der Nähe des Fundortes befinden sich mehrere Kleingärten und am Fundort der Leiche führt auch ein beliebter Weg für Fußgänger vorbei. Zeugen berichteten, dass Melanie R. sich häufiger in dem Gebiet um den Bahndamm aufgehalten habe. Man habe die Frau öfter mit einem Buch auf einer Wiese gesehen. An dem Tattag hatte sich die 30-Jährige, die in Berlin als Social-Media-Beraterin arbeitete, laut Arbeitskollegen nur einen Kaffee holen wollen – und war nicht mehr aufgetaucht.

Der Fall der jungen Frau erinnert stark an den Fall Susanne F, die im September des vergangenen Jahres von einem 18-Jährigen Tschetschenen am Schleusenweg im Tiergarten erwürgt worden war. Der Täter Ilyas A. wurde wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.