Dicht bebaute Stadtviertel mit hohen Gründerzeithäusern und wenigen Parks sind charakteristisch für Pankow. Der Bezirk macht aus dieser Not eine Tugend. Seit mehr als zehn Jahren unterstützt die Verwaltung Anwohner und Eigentümer, die die Innenhöfe ihrer Häuser verschönern wollen. Jährlich bekommen bis zu sechs Projekte eine finanzielle Förderung. Rund 60 Höfe sind bereits auf diese Weise umgestaltet worden, mit neuen Bänken, Rasenflächen, Spielplätzen oder Fahrrad-Abstellanlagen. Für sein 100-Höfe-Programm hat der Bezirk die Auszeichnung „Lebenswerte Stadt“ und 3000 Euro Preisgeld bekommen. Sie wird von der Deutschen Umwelthilfe e.V. und der Stiftung „Lebendige Stadt“ vergeben.
Die Auswirkungen dieser Projekte seien immens, sagte der Pankower Stadtrat Torsten Kühne (CDU). „Nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für die Nachbarschaften, die durch die gemeinsame Arbeit entstehen.“ Pankow gehe ein wichtiges Thema an, sagte Harald Kächele, Bundesvorsitzender der Deutschen Umwelthilfe. „Wie können im hoch verdichteten Innenstadtbezirk einer Großstadt Grünstrukturen geschaffen werden, die so wichtig sind für Klima, Luft und Wohnqualität?“ Weil oft nur Platz für punktuelle grüne Nischen sei, müsse ein Netz dieser Nischen geschaffen werden.
Pankow hatte sich mit dem 100-Höfe-Programm für den bundesweiten Wettbewerb „Lebenswerte Stadt“ beworben und ist gemeinsam mit fünf anderen Kommunen in die Endrunde gekommen. Insgesamt waren 154 Projekte eingereicht worden. Eine Jury hat sich in den vergangenen Wochen die sechs ausgewählten Vorhaben angesehen, darunter die Renaturierung der Ruhr in Arnsberg (Nordrhein-Westfalen), den Schilde-Park in Bad Hersfeld (Hessen) und die Elbinsel Kaltehofe in Hamburg. Kommendes Jahr wird die Jury den Gesamtsieger bekanntgeben. Setzt sich Pankow durch, bekommt der Bezirk 15.000 Euro zusätzlich als Preisgeld.
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