Auszeichnung

Lisa Premke gewinnt Neuköllner Kunstpreis 2019

Das Preisgeld beträgt 3000 Euro. Premke setzte sich gegen sieben Mitbewerber durch. Werke in Galerie zu sehen.

Lisa Premke hat den diesjährigen Neuköllner Kunstpreis gewonnen. Die Künstlerin setzte sich gegen sieben Mitbewerber durch. Der zweite Platz (2000 Euro) ging an Ingo Gerken. Platz drei (1000 Euro) sicherte sich Petra Lottje. Nominiert waren außerdem Stefanie Bühler, Johanna Jaeger, Océane Moussé, Natasza Niedziółka und Aurélie Pertusot.

Die Jury begründet ihre Auswahl wie folgt: "Lisa Premkes Arbeit Von Mustern, die sich erzählen (2017) ist Klangkörper, farbenprächtiges Tafelbild und kinetisches Objekt zugleich. Die der Arbeit zu Grunde liegende Technik liegt zwischen einem groben Rahmen aus Holz, der einem Webstuhl gleicht und dem in Peru gewebten Bildgrund. Über die Fläche laufen bunte Fäden, fast unbemerkt bewegen sie Knoten zu den Rändern, wo sie verschwinden. Dabei entsteht ein angenehmes Surren. Die Künstlerin setzt die Wollfäden einer starken Spannung und Reibung aus und lässt den damit verbundenen Auflösungsprozess bewusst zu. Lisa Premke schafft so eine dichte, poetische und höchst innovative Arbeit."

Zu Ingo Gerkens sagte die Jury: " SeinWerk Weltzeituhr (2018) überzeugt durch die geschickte Umwandlung eines alltäglichen Gegenstandes in ein irritierendes Objekt. Die eigentlich einfachen Bestandteile – Cuttermesserklingen – sind zu mehrgelenkigen Zeigerpendeln arrangiert. Sie bewegen sich nach einem Zufallsprinzip und führen so das Ordnungssystem Zeit ad absurdum. Der Künstler thematisiert die Relativität von Zeit sowie die Bedrohung, die von zeitlichen Regulativen ausgeht und macht einen Vorschlag, wie man sich dem entziehen könnte. Die Weltzeituhr spiegelt Kontrollverlust und Zufälligkeit, Ohnmacht und Handlungsbedarf wider."

Und an den dritten Platz gerichtet: "Lassen sich menschliche Beziehungen wissenschaftlich darstellen? Petra Lottje nutzt in Verweilzeitphänomene (2018) die Linie, um das Zufällige, das Wandelbare und die Entwicklung aufzuzeichnen. Ausgehend von definierten Koordinaten findet sie zu einer Linie, die zwischen freier Form, Figuration und Zeitlichkeit changiert. Der Versuch, eine wissenschaftliche Methode aufzunehmen, mündet in einer expressiven Gestalt, die der Betrachter emotional und zugleich körperlich nachempfindet."