Die Zustände in der High-Deck-Siedlung haben mich mit offenem Mund zurückgelassen. Und nein, ich spiele nicht auf Gewalt oder Vermüllung an, sondern auf den baulichen Zustand der Neuköllner Großsiedlung. Und den Umgang der Vermieterin – dem landeseigenen Wohnungsunternehmen Howoge – mit den Mietenden.

Rohrbrüche, ausgefallene Heizungen. Fahrstühle, die nicht fahren. Kaputte Haustüren, undichte Fenster. Schimmelbildung. Legionellen-, Ungeziefer- und Rattenbefall. Das sind keine Ausnahmen, nein, das ist der Alltag der Bewohner. Und die Howoge? Die soll laut Mietenden schwer bis nicht erreichbar sein: unbeantwortete E-Mails und Anrufe, Aushänge ausschließlich in deutscher Sprache.

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Nach und nach saniert die Landeseigene ihre Bestände. Das ist gut und notwendig. Aber damit gehen schwierige Bedingungen für die Mietenden einher: Teilweise wird ihnen trotz starker Lärm- und Staubbelastungen keine Ausweichwohnung gestellt. Und es folgen steigende Mieten und teils Verdrängung, wie das Beispiel Roedernallee zeigt. Solche Beschwerden beschränken sich nicht nur auf die Howoge, auch bei der Stadt und Land oder Gewobag beklagen Mietende ähnliche Zustände.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Den Verfall haben oft die Voreigentümer zu verantworten (im Fall der High-Deck-Siedlung die Vonovia). Die Situation einzufangen, ist nahezu unlösbar. Es ist ein herausfordernder Spagat, die heruntergewirtschafteten Bestände zu erneuern, Herr der bestehenden Mängel zu werden und dabei die Mieten gering zu halten.

Trotzdem müssen gerade die Landeseigenen mit gutem Beispiel vorangehen. Eine faire Kommunikation und Erreichbarkeit wären ein Anfang. Und sind grundlegend dafür, dass bei den Mietenden nicht der Eindruck entsteht, man wolle sie loswerden.

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