Die Menschen in Rudow sind verärgert. An gleich mehreren Stellen im Ortskern wird gegen die „Erhaltungsverordnung“ verstoßen. Diese regelt, wie es in Alt-Rudow und den umliegenden Straßen aussehen soll: Es gibt klare Vorgaben für Zäune, Vorgärten und Hausdächer. Doch nicht alle in Rudow halten sich an diese Regeln. Sehr zum Ärger der Anwohner und Gewerbetreibenden vor Ort, die den dörflichen Charakter ihres idyllischen Ortsteils am Stadtrand Berlins erhalten möchten.
Doch der Frust der Rudower richtet sich nicht ausschließlich gegen die Nachbarn, die sich dreisterweise einfach über die Vorgaben hinwegsetzen. Die Süd-Neuköllner sind vor allem sauer auf das Bezirksamt. Dieses unternimmt ihrer Ansicht nach nicht genug, um gegen die Gesetzesbrecher vorzugehen. Die Menschen in Rudow verlangen von den Beamten mehr und schärfere Kontrollen sowie sofortige Baustopps, da, wo sie nötig sind.
Anwohner kritisieren Vorgehen des Bezirksamts
Das Bezirksamt Neukölln nennt gleich mehrere Gründe für das langsame Vorgehen. Die Mitarbeitenden verweisen auf langfristige und komplizierte Verfahren, ausuferndes Recht und Personalmangel. Doch diese Argumente wollen die Rudower nicht gelten lassen.

Das Geschehen in Rudow zeigt eindrücklich, welche Folgen eine lahmende Verwaltung und zu viel Bürokratie haben können: Der Unmut der Menschen über die Zustände führt zu Politikverdrossenheit und Zweifeln am System. Das gefährdet auf lange Sicht auch die Demokratie. Es gilt daher, diesen Zuständen entgegenzuwirken. Mit mehr Effizienz und mehr Handhabe für die zuständigen Behörden können Verbesserungen erzielt werden. Auch wenn das einige Anstrengungen und auch Geld kosten wird. Doch es ist eine wichtige Investition in unsere Demokratie.



