Der Besuch so mancher Shoppingmall gleicht einem Trauerspiel: In den Gängen herrscht gähnende Leere, Ladenlokale sind teils seit Jahren verwaist. Der Onlinehandel hat vielen Einkaufszentren ihre frühere Selbstverständlichkeit genommen.

Darauf mit neuen Events zu reagieren, ist verständlich. Konzerte, Ferienaktionen und Public-Viewing-Events schaffen Aufmerksamkeit. Auch Kino, Fitnessstudio und Supermarkt bringen Menschen ins Center. Eine Besonderheit sind solche Angebote bei großen Einkaufszentren allerdings längst nicht mehr.

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Entscheidend ist deshalb nicht allein, möglichst viel unter einem Dach zu versammeln. Es kommt auf die richtige Mischung an: Welche Geschäfte passen zum Preisniveau der Kundschaft? Welche Gastronomie fehlt? Welche Angebote brauchen Familien, Pendler oder Besucher aus dem Umland? Die Gropius Passagen richten sich an Menschen aus dem Südosten Berlins und wollen zugleich mehr Kundschaft aus Brandenburg gewinnen. Neue Mieter und Freizeitangebote müssen diesem breiten Einzugsgebiet tatsächlich etwas bieten.

Shoppingmalls in der Krise: Wie Einkaufszentren Kunden gewinnen und halten können

Der neue Center-Manager nennt sein Ziel „All day“: Die Kunden sollen möglichst den ganzen Tag bleiben. Ob das gelingt, wird sich zeigen. Wichtiger dürfte sein, ihnen mehrere gute Gründe für einen Besuch zu geben – und Einkäufe, Dienstleistungen und Freizeit möglichst einfach miteinander verbinden zu können.

Einkaufszentren werden den Onlinehandel weder bei der Auswahl noch bei jedem Preis schlagen. Ihre Chance liegt darin, die Vorteile des Ortes auszuspielen: Dinge ansehen, ausprobieren und sofort mitnehmen sowie Einkäufe mit Dienstleistungen, Gastronomie oder Freizeit verbinden. Je besser sich diese Angebote ergänzen und zum jeweiligen Standort passen, desto eher entscheiden sich Kunden für den Weg ins Center statt für den Klick im Netz.