Das Festival „48 Stunden Neukölln“ gilt als Berlins größtes freies Kunstfestival – und ist damit längst weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt. Auch thematisch dreht sich in der diesjährigen Ausgabe alles um Grenzen: Unter dem Titel „Out/Side/In“ wolle man „Grenzen untersuchen, ob psychische, physische oder geografische“, so Festivalleiterin Katarzyna Nowak. Der Startschuss für das zweitägige Event ist diesen Freitag, 3. Juli. Nowak spricht von „der größten Festival-Ausgabe ever“.

Mehr als 1400 Künstlerinnen und Künstler sind beteiligt. So etwa der Brasilianer Rodrigo Levy, der in seinen Fotos Menschen porträtiert, die im berühmten Berliner Techno-Club Berghain an der Tür abgewiesen wurden. „Es geht um das Gefühl, abgelehnt zu werden, und was das in uns auslöst“, so Levy.
Auch Anna Maria Roznowska stellt ihre Kunst auf dem Neuköllner Festival aus. In ihrer interaktiven Ausstellung können Besucherinnen und Besucher Dinge aufschreiben und loswerden, die sie nicht in den sozialen Medien posten möchten – dem Ort, der zumindest die Grenzen des Sagbaren viel zu oft verschiebt. „Meine Arbeit dreht sich darum, wie wir die Welt erfahren und wie wir mit ihr in den Dialog treten können“, so die Künstlerin.
„48 Stunden Neukölln“-Kunstfestival erstmals mit thematischen Routen
Im ganzen Bezirk warten auf die Besucherinnen und Besucher am Wochenende Installationen, Performances, Film- und Musikvorführungen. Für Bezirksbürgermeister Martin Hikel steht fest: „Bei der Vielfalt ist es quasi gar nicht möglich, alles zu sehen“, so der SPD-Politiker bei einer Veranstaltung in den Neukölln Arcaden zur Preview auf das Festival. Für ihn steht fest: „Ganz Neukölln wird während des Festivals zum Ort der Kunst.“

Auf einen Ort im Bezirk ist Festivalleiterin Nowak jedoch besonders gespannt: „In diesem Jahr finden erstmals auch Programmpunkte im Neukölln Speicher statt.“ Auch neu sind die unterschiedlichen thematischen Routen. Mit deren Hilfe können Besucher das Festival je nach persönlichem Interesse gezielt entdecken. Genau wie die Ausstellungen sind auch die 23 Führungen, die in acht Sprachen angeboten werden, kostenlos.



