Döner gilt in Berlin fast schon als Grundnahrungsmittel, an gefühlt jeder Straßenecke findet sich ein Dönerladen. Klassisch gefüllt ist das beliebte Fast Food meist mit Hähnchen- oder Kalbfleisch. Doch es geht auch außergewöhnlicher, wie nun der „Nur Döner“-Imbiss auf der Sonnenallee zeigt: Dort wird der Kebab mit Putenfleisch angeboten. „Unser Döner sollte etwas Besonderes sein“, sagt Nadja-Sibel Bouchebrine, die den Imbiss nahe des Hermannplatzes gemeinsam mit ihrem Ehemann Zohir Bouchebrine und ihrem Vater Cevat Durmus führt.
Doch ursprünglich hatte das Team eine noch extravagantere Variation des Döners im Angebot: Zur Eröffnung des Imbisses im vergangenen November gab es dort sogar Enten-Döner zu kaufen. „Das ist ein Rezept meines Vaters, das wollte er unbedingt anbieten“, so Bouchebrine.
Doch schnell mussten sie feststellen: Der Enten-Döner kommt bei den Kunden nicht so gut an wie erhofft. „Die Gäste waren sehr skeptisch und ich muss zugeben: Die Kombi aus Entenfleisch und Döner hört sich vielleicht erst mal gewöhnungsbedürftig an, aber es schmeckt echt gut“, so Bouchebrine.
Food-Influencer Big Baba 30: „Menschen sehnen sich nach klassischem Berliner Döner“
Viele Kunden hingegen wollten den Enten-Döner nicht testen. „Wer ihn dann doch bestellt hat, war begeistert“, so Bouchebrine. Doch das Team merkte, dass die Enten-Variante nicht der Hit werden würde. Auch die Kalkulation mit dem Entenfleisch entpuppte sich als schwierig: „Bei Entenfleisch hat man mit etwa 40 Prozent einen immens hohen Garverlust durch den Austritt von Fett und Wasser, es verliert von Natur aus viel an Volumen“, so Bouchebrine. Demnach bekomme man aus einem Kilo Fleisch nur 3 bis 4 Döner, ansonsten seien es bis zu 6 Döner.
Obwohl die Einkaufspreise für Entenfleisch sich nach Bouchebrines Aussage nicht sonderlich von denen für Pute und Hähnchen unterscheiden – alle lägen in etwa bei 7 Euro pro Kilo –, führt dieser Bratverlust zu großen Einbußen. So wurde der Enten-Döner bereits nach einer guten Woche aus dem Sortiment genommen. „Manche Gäste waren darüber auch enttäuscht, sie sind teils extra aus Leipzig angereist.“
Ich bin begeistert. Hier schmeckt man richtig den Geschmack des Fleischs heraus, weil es nicht so übermäßig gewürzt ist.
Kunde Taskiran Dawut
Auch Food-Influencer Big Baba 30, der das „Nur Döner“-Team berät, findet es schade, dass der Enten-Döner nicht mehr auf der Speisekarte steht: „Mir hat er sehr gut geschmeckt, das war mal etwas anderes. Aber nach dem ganzen Hype um Steak-Döner sehnen sich die Menschen eher nach dem klassischen Berliner Döner“, so Bilal Armih, wie der Influencer mit echtem Namen heißt.
Puten-Döner: So kommt der Kebab vom Hermannplatz an
Etwas Besonderes sollte der Döner-Imbiss aber dennoch bleiben, also sattelte das Team auf den Puten-Döner um, nach Bouchebrines Aussage der erste in Berlin. „Wir hatten schon seit einigen Jahren nach einem geeigneten Standort für unser Restaurant gesucht und wussten, dass es mit einem solch außergewöhnlichen Angebot ein zentraler Platz sein muss“, sagt Bouchebrine über die Wahl des Ladenlokals nahe des stark frequentierten Hermannplatzes.

Und wie schmeckt der Puten-Döner? „Ich bin begeistert. Hier schmeckt man richtig den Geschmack des Fleischs heraus, weil es nicht so übermäßig gewürzt ist“, sagt Taskiran Dawut. Manche Kunden sind erstaunt, wenn sie hören, dass im Döner Putenfleisch ist. „Das wusste ich nicht, aber schmecken tut es. Und für den Preis kann man eh nichts sagen“, so Samuel Stasilo. Auch die Morgenpost hat probiert und findet: Das Putenfleisch ist saftig, und geschmacklich liegt es zwischen dem milden Hähnchen- und dem etwas intensiver schmeckenden Lammfleisch.
So außergewöhnlich werden Döner in Berlin gefüllt
Derzeit gehen täglich etwa 150 Kilo Fleisch über die Theke, so Bouchebrine. Bald wolle das Team auch Hähnchen-Döner anbieten. Noch bis zum Ende des diesjährigen Ramadan, also bis zum 20. März, soll das Eröffnungsangebot von 3,99 Euro pro Kebab gelten. „Danach müssen wir die Preise anpassen, sonst rechnet es sich nicht für uns“, so Bouchebrine.
Der Puten-Döner am Hermannplatz ist nicht der erste Kebab in Berlin, der nicht klassisch mit Hähnchen oder Kalb gefüllt ist: So gibt es in der Hauptstadt etwa auch Döner mit Fisch oder Pilzen. Und während des Hypes rund um Dubai-Schokolade brachte ein Kreuzberger Gastronom den Dubai-Döner auf den Tisch. In Neukölln machte vor einem guten Jahr ein Döner-Verkäufer auf sich aufmerksam, als er zur Eröffnung des Ladenlokals das beliebte Fast Food für nur einen Cent anbot. Mit dem Obst-Döner gibt es auch die süße Variante des türkischen Fast Foods.



