Diese Woche hat ein Post auf Instagram mich zum Schmunzeln gebracht. Er lautete sinngemäß: Die Redakteurin des „Time out“ Magazin habe das Maybachufer in Neukölln nur zu einer der schönsten Straßen der Welt gekürt, weil sie von den aggressiven Schwänen, die dort am Landwehrkanal leben, bedroht worden sei.
Die Vorgeschichte: Das „Time Out“ Magazin hatte eine Liste mit den 31 coolsten Straßen der Welt veröffentlicht. Das Maybachufer schafft es darin auf Platz sieben.
Die territorialen Schwäne kenne ich nur zu gut. Sie können zickig werden. Allerdings bin ich, anders als der Verfasser des Posts, der Meinung, dass das Maybachufer die Auszeichnung verdient hat. Warum?

Ich liebe, wie die Kontraste hier ineinandergreifen. Die Mischung von Alteingesessenem und Neuem, aus Natur und Urbanem. Die Outfits der Menschen, die es zu bestaunen gibt. Die Händler des türkischen Markts, die lautstark ihr Gemüse anpreisen – noch genau wie vor 20 Jahren. Hinzu kommen die gemütlichen Cafés, die vielen kleinen Boutiquen und Vintageläden, die Möglichkeiten, an der Straße zu sitzen und das ganze Treiben zu beobachten.

Doch Teil der Wahrheit ist auch, dass viele der fancy Weinbars und Conceptstores auf die Gentrifizierung zurückzuführen sind. Sie hat das Maybachufer längst erreicht. Ebenfalls mit ihren negativen Auswirkungen: Hier werden mitunter kleine Läden und Cafés wegen astronomischer Mieten von Ketten verdrängt.
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Besonders macht das Maybachufer jedoch, dass es trotz der Gentrifizierung geschafft hat, seinen Charme zu bewahren. Anders als andere gentrifizierte Gegenden regiert hier kein Einheitsbrei. Viele der eingesessenen Läden und Cafés halten sich wacker und werden gut besucht. Und auf dem türkischen Markt scheint die Zeit wie stehen geblieben. Alleine für diesen Spagat hat das Maybachufer jede Auszeichnung verdient – und nicht zu vergessen, die launischen Schwäne.



